Die Abhängigkeit des deutschen Kapitalmarktes von der Wall Street ist immer noch erheblich. Den Sturzflug, den der Dow Jones vor dem Pfingstfest hinlegte, machte der Deutsche Aktienindex (Dax) zu Beginn dieser Woche mit einem Minus von rund sechzig Punkten nach. Gründe für die Nervosität waren Zinsängste in den Vereinigten Staaten und ein Dollar, der sich zeitweise unterhalb von 1,70 Mark bewegte. Immer deutlicher zeigt sich, daß Spitzennotierungen deutscher Aktien zunehmend zu Gewinnmitnahmen reizen und daß ihre Kurse schon kräftig fallen müssen, um Anleger und Berufshandel zu Rückkäufen zu animieren. Angenehm überrascht waren die Börsianer, daß bei den Telekom-Aktien das Verstreichen der sechsmonatigen Spekulationsteuerfrist in dieser Woche zu keiner Verkaufswelle geführt hat. Kleinanleger, die verkaufen wollten, haben dies schon längst unter Inanspruchnahme des Spekulationsteuerbetrages von tausend Mark jährlich getan. Von der Hauptversammlung der Deutschen Bank gingen keine besonderen Anregungen aus.

Der positiv beurteilte Wechsel an der Vorstandsspitze sei in dem seit Jahresbeginn um 35 Prozent gestiegenen Aktienkurs bereits berücksichtigt, heißt es.