Fünf Fluggesellschaften werben mit eindrucksvollen Zahlen für ihr vereintes Angebot: 578 Zielorte in 106 Ländern werden mit einer Flotte von insgesamt 1334 Flugzeugen und 6233 täglichen Flügen bedient.

Unter Federführung der Lufthansa haben sich die deutsche Gesellschaft sowie United Airlines, SAS, Thai Airways und Air Canada jetzt zu dem nach eigenen Angaben umfassendsten Verbund in der Weltluftfahrt zusammengeschlossen. Unter dem Namen Star Alliance wollen sie ihr kombiniertes Streckennetz anbieten. Den Kunden soll das Reisen innerhalb des Allianzsystems so einfach und bequem gemacht werden, als würde er mit einer einzigen Fluggesellschaft reisen. Dies war bisher bereits die Absicht der bilateralen Vereinbarungen, die Lufthansa mit jedem einzelnen Partner abgeschlossen hatte.

Neu ist jetzt, daß alle beteiligten Fluggesellschaften untereinander ein derartiges Abkommen schließen. Die Eigenständigkeit jeder beteiligten Airline soll jedoch auch künftig gewahrt bleiben, die Produkte werden weiter Unterschiede aufweisen, eine gegenseitige finanzielle Beteiligung ist nicht geplant. "In der Vielfalt sehen wir unsere Stärke", so Lufthansa-Chef Jürgen Weber.

Für den Passagier wird sich durch Star Alliance nichts Wesentliches ändern, die Verbesserungen liegen eher im Detail: Bei den Vielfliegerprogrammen etwa werden künftig nach einem einheitlichen Verfahren Bonusmeilen angerechnet: Ein Teilnehmer von Lufthansa Miles & More zum Beispiel erhält für jeden Flug, den er mit einer Partnergesellschaft macht, eine Gutschrift auf seinem Meilenkonto. Je nach Buchungsklasse und Vielfliegerstatus können Fluggäste innerhalb der Star Alliance künftig auch alle 179 Lounges der Partnergesellschaften nutzen, was vorher nicht möglich war.

Das Einchecken am Automaten soll ebenfalls beschleunigt werden, dort ist künftig die Abfertigung für bis zu vier Streckenabschnitte möglich, außerdem wollen die Partner ihre Flugpläne noch enger aufeinander abstimmen. Buchungen nimmt jede beteiligte Gesellschaft für alle Flüge der Allianzpartner entgegen.

Schon bisher hat sich gezeigt, daß es von Absichtserklärungen bis zu einem tatsächlich fein aufeinander abgestimmten Angebot zwischen Luftfahrtpartnern ein weiter Weg ist. Dies liegt oft an gesetzlichen Bestimmungen einzelner beteiligter Länder bei den Einreiseformalitäten, die zum Beispiel für Lufthansa-Fluggäste am Drehkreuz von United Airlines in Chicago zu weiten Wegen führen.

Andererseits spielt auch die unterschiedliche Firmenkultur eine gewisse Rolle. So liegt etwa die Qualität des Bordservice von Thai Airways unter der von Lufthansa. "Bei uns geht die nötige Verbesserung nur langsam voran", gab auch Thai-Chef Thamnoon Wanglee bei der Star-Alliance-Präsentation in Frankfurt zu.