In der Finanzbranche ist ein alter Streit neu ausgebrochen: Wie sicher müssen Kreditkarten sein? Die neueste Gefahr fürs Plastikgeld droht jedoch nicht von Langfingern und Codeknackern sie lauert in Komposthaufen, beispielsweise dem von Dave Smith. "Im Januar haben wir einige Testkarten hineingesteckt", berichtet der Sprecher der britischen Co-op-Bank. "Als wir wieder nachschauten, waren sie fast ganz vermodert."

Co-op bringt die ersten biologisch abbaufähigen Kreditkarten in Umlauf. Um das zu erreichen, verbändelte die Bank sogar zwei Erzfeinde: Werbepartner ist die Umweltschutzorganisation Greenpeace, Hersteller die US-Firma Monsanto.

Der Bio-Tech-Gigant kämpft seit Jahren mit dem Imageproblem als Sojabohnen-Fälscher und Monsterwerkstatt ("Es ist nichts Gentechnisches an den Kreditkarten dran, ehrlich"). Noch verzeichnet Co-op eine "Riesennachfrage" und will zwei Millionen Bio-Karten ausgeben. Doch das Plastikgeld dient den Mikroben als Nahrung - heute im Smithschen Komposthaufen, morgen vielleicht in den Lederbörsen Tropenreisender.

Die britische Einzelhandelskette Sainsbury war übrigens in der vergangenen Woche damit beschäftigt, einen Vertrag mit dem Chemikalienhersteller Microban zu unterschreiben. Der behandelt ihre Läden jetzt mit einer neuartigen Chemikalie, die "bei Berührung 99,9 Prozent aller Bakterien zerstört".

Bestimmt ein Zufall.