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Neu ist hingegen, daß die außenpolitischen Kanzleien die Förderung der heimischen Wirtschaft immer offener zu ihrem Hauptzweck erklären. Mögen der Streit um die Menschenrechte und die Hilflosigkeit im Angesicht blutiger Stammesfehden die Öffentlichkeit erregen, die Phantasie westlicher Außenpolitiker beschäftigen zunehmend andere Herausforderungen: Wie lassen sich fremde Märkte öffnen und Investoren für das eigene Land gewinnen?

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Die Insignien der Macht sehen heute anders aus. Sie lassen sich statistisch erfassen, beim wirtschaftlichen Wachstum und bei der Beschäftigungsrate, beim Erfindungsreichtum und der Produktivität einer Volkswirtschaft. Im Zeichen der globalisierenden Wirtschaft aber hängt Wohlstand immer öfter von internationalen Geschäften ab.

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Großaufträge als Abschiedsgeschenke bei Staatsbesuchen lassen kritische Stimmen meist verstummen - zum Beispiel bei den Managern, die staatliche Fürsprache oft gar nicht brauchten, oder bei den Steuerzahlern, die Verkaufserfolge im Ausland häufig genug mitfinanzieren müssen.