Es ist Zeit, zu danken! Zwar kommt unser Dank spät, aber dafür fällt er um so herzlicher aus. Auch wir möchten nun endlich danken: Wir - das sind die Frauen und Männer vom Autorenkollektiv Finis. Wir danken unserem Bundespräsidenten, Herrn Roman Herzog, für die aufrüttelnde Rede, die er am 26. April 1997 im Berliner Hotel "Adlon" gehalten hat, an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. Diese Rede bestärkt uns, auf dem von uns eingeschlagenen Weg furchtlos weiterzugehen. Denn, wie wir schon in unserer allerersten Kolumne (vgl. ZEIT Nr. 18/1988) konstatierten: "Dieses Land ist gut für Erfolg. Laßt uns machen."

Vor allem danken wir dem Bundespräsidenten für den Mut seiner Rede. Endlich hat einer den Mut, ungeschminkt auszusprechen, was wir vom Autorenkollektiv schon seit vielen Jahren ungeschminkt fordern. Nehmen wir nur das Stichwort "Globalisierung". Gewiß, auch das politische Ressort dieser Zeitung und der Wirtschaftsteil haben das Jahrhundertthema frühzeitig fokussiert - doch als nachweisbar allererste forderten wir vom Autorenkollektiv (vgl. ZEIT Nr. 19/1988), sich der Herausforderung namens "Globalisierung" ungeschminkt zu stellen.

Auch andere Forderungen des Bundespräsidenten (z. B. "klare Sprache!", "reiner Wein!", "Aufbruch und Lebensfreude!", "Vision und innere Erneuerung!") wiederholen und vertiefen nur, was wir an dieser Stelle immer schon anmahnen: Endlich sagt auch der erste Mann im Staate, was "Das Letzte" seit Jahren schon predigt.

Notwendiger Nachtrag: Zu unserer Danksagung inspiriert und ermutigt hat uns die renommierte Firma CompuNet, Geschäftspartner von Hewlett-Packard. In einer ganzseitigen Anzeige (erschienen in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Mai 1997) dankte die Firma CompuNet unserem Bundespräsidenten überschwenglich für seine mutige Berliner Rede. Deren Mut bestand, so die Firma CompuNet, vor allem darin, endlich das mutig auszusprechen, was die Leute von der Firma CompuNet immer schon mutig ausgesprochen haben: "Dieses Land ist gut für Erfolg. Laßt uns machen."

Habt also, deutsche Frauen, deutsche Männer, endlich wieder Mut, zu danken! Schüler, dankt euren Klassenlehrern! Soldaten, dankt euren Vorgesetzten! Redakteure, dankt euren Chefredakteuren und Verlegern! Freudenmädchen, dankt euren Puffmüttern! Vorbei, hurra, die Zeit der Undankbarkeit, als die alten Achtundsechziger (diese Lemuren der Political Correctness) ihre feigen Spiele der Aufmüpfigkeit treiben konnten. Der wahre Mut ist der Mut, ja zu sagen. Ist der Mut, zu danken!

Danke, lieber Leser, daß Sie diese Zeilen zu Ende gelesen haben! Und jetzt schon danke für den Dankesbrief, den Sie gewiß unmittelbar nach Lektüre an uns schicken werden! Dieser 23. Mai 1997 wird ein denkwürdiger Tag für uns alle gewesen sein. Laßt uns machen! Bitte!