Kinder lieben solch kleine Geschichten. Wenn der Tag still wird.

Wenn die Grundsatzfragen kommen. Warum Pudding immer wackelt oder welche Farbe das Glück hat. Dann ist es immer gut, wenn man ein Buch aufschlagen kann, wo zu Anfang ein grünes Krokodil herumkriecht.

Ein besonderes natürlich, das rotlackierte Fingernägel hat, riesige Zackenzähne im Maul und trotzdem zu gern eine Lerche werden will.

Dann hat man schon mal den Anfang für die Antwort.

Listigerweise beginnt Michaela Helms ihr Märchen von den kleinen Leuten, die keiner richtig für voll nimmt, mit jenem lackierten Krokodil. Wohl deshalb, weil Wahrheit eben gern mit List verbreitet werden will. Oder, weil gerade dieses Krokodil ein Geheimrezept für die kleinen Menschen weiß. Die sind bekanntlich unglücklich und einsam und wollen ganz unbedingt schnell wachsen. Also, meint das Krokodil, soll man nach Burkina Faso ziehen und die gemeine Wachsblume suchen.

Sie ziehen in Richtung Süden. Irgendeine Himmelsrichtung muß das Glück schließlich haben. Die Reise dauert. Und deshalb verdienen sich die drei unterwegs etwas Geld. So steigen sie auf ein Seil, damit man sie nicht ganz und gar übersieht, sie tanzen und singen - lernen immer mehr -, bis sie gemeinsam beschließen, eine Artistentruppe zu gründen. Dabei merken sie gar nicht, wie sie nach und nach berühmter werden. Denn es geht ihnen ja einzig und allein um die Wunderblume.

Jeder Geschichtenvorleser weiß, was die Stimme zu tun hat, wenn der große Konflikt naht. Leise und letztendlich stehen alle in Burkina Faso. Die drei "Fliegenden Valendras", das kundige Krokodil und die wundervollen Blumen. Aber diese Blumen sind restlos beschäftigt mit ganz und gar eigenen Problemen. Sie können sowieso niemandem beim Großwerden helfen. Das war nur so ein Spruch. Das Krokodil hat es nur gut gemeint und dafür noch viel besser geflunkert.