Das Softwaremuseum (VIII): Electric PencilSeite 2/2

Der Electric Pencil hatte die Anhänger mit seiner erstaunlichen Geschwindigkeit bezaubert und mit der Fähigkeit, Textdateien im ASCII-Format ganz ohne lästige Steuerzeichen zu erzeugen. Auch beim Schreiben am Bildschirm hielt das Programm sich erfreulicherweise zurück: Wo andere Textverarbeitungen mit Randmarken, Tabulatoren und Aufstellungen der Tastenfunktionen den Schreibraum zupflasterten, konnte der Pencil das alles stufenweise ausblenden. Die letzte Stufe war ein meditatives Erlebnis: ein völlig leerer Bildschirm, auf dem man mit seinem Text und dem Cursor allein war.

Das ausgefallenste Extra des Pencil war der sogenannte Dictamatic-Modus: Mit der Escape-Taste ließ sich ein am PC angeschlossener Kassettenrecorder stoppen, was beim Abtippen von Interviews hilfreich sein sollte. Nur funktionierte das niemals richtig, weil dieselbe Taste auch den Drucker in Gang setzte.

Ich löste das Problem, indem ich eine Musikkassette in den Recorder legte. Jedesmal, wenn es etwas zu drucken gab, setzte von nun an die Musik ein und übertönte allen Lärm.

Lange Zeit galten die 250 000 verkauften Exemplare des Pencil als Rekord in dieser Sparte. Auf etwa 10 000 dürfte es die DOS-Version gebracht haben, als die Firma den Markt für gesättigt hielt. Auch bei den heutigen Textverarbeitungen gelten 250 000 Exemplare wieder als Richtzahl. Soviel müssen sie in einer Woche schaffen.

 
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  • Quelle (c) DIE ZEIT 1997
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