Widersprüchliche Stimmen kommen aus dem stalinistischen Nordkorea. Eine US-Delegation reiste nach Pjöngjang und berichtete, daß die Führung angesichts der herrschenden Hungersnot in absehbarer Zeit wohl keine Verhandlungen mit Südkorea aufnehmen werde. Die Parteizeitung predigt indes neuerdings ein "Klima der Offenherzigkeit". Aufschluß über den künftigen Kurs des Landes erhoffte man sich bis vor kurzem von einem angekündigten Appell des Diktators Kim Jong Il. Sein Strategieentwurf für Nordkoreas Siegeszug im globalen Wettbewerb verzichtete überraschend auf marxistisch-leninistische Exegese und blieb statt dessen dicht am Ball: "Wir sollten schneller spielen und uns auf Distanzwürfe konzentrieren - so gleichen wir den Nachteil unserer geringen Körpergröße aus." Nicht um hohe Politik ging es ihm, sondern um Basketball. Dribbel-Diplomatie, sozusagen.