Irgendwo in Iowa oder sonstwo in den USA, da sitzt ein gewisser Aaron Spelling und produziert Endlosfernsehserien, die dann in die ganze Welt verkauft werden und so viel Erfolg haben, daß man weinen muß.

Wenn man mal ausnahmsweise nicht weint, dann schaut man sich diese Serien an und überlegt sich, welche davon denn wohl die beste ist. (Und warum.) Und ob es da überhaupt einen Unterschied gibt, zwischen "Melrose Place", "Savannah", "Beverly Hills 90210" und "Models Inc.". Natürlich darf man sie sich nicht zu oft ansehen, sonst wird man ein Fan von allen vieren und kann nie wieder etwas anderes gucken und wird dumm im Kopf.

Mir ist das auch passiert, weshalb ich jetzt jede Nacht von Kellys und Cimberlys träume und von einem Matt wie Donnerhall und nicht mehr weiß, wie ich es überleben soll, daß "Beverly Hills 90210" (der Fan sagt nur "BH") und "Melrose Place" (der Fan sagt nur "MP") jetzt erstmal Sommerpause haben. Das ist schrecklich. Ich bin auf Entzug.

Wenn man auf Entzug ist und nur noch "Models Inc." (der Fan sagt nur "Inc") und "Savannah" (der Fan sagt "Savannah", weil sich "Savannah" so übel abkürzen läßt) gucken kann, dann hat man Muße, sich zu überlegen, was denn das Geheimnis dieser Spelling-Produktionen ausmacht. Manchmal denke ich, es ist die Musik. Die ist nämlich bei allen vieren die gleiche und unheimlich saxophon- und rockgitarrenlastig, und wenn man blind wäre und nicht mitbekäme, wer da gerade mit wem ins Bett springt, dann dächte man, alles ist "Melrose Place". Ist es aber gar nicht. Manchmal ist es schließlich auch "Savannah".

Wenn man die Augen nämlich aufmacht, dann sieht man, daß in "MP" immer Amanda die Böse ist. Und in "Savannah" Edward Burton, in "BH" Drogen-Colin und in "Inc" Grayson Louder. Die sind alle vier so böse, daß es kracht, und außerdem karrieregeil und eklig und ohne Charakter, und sie bringen einen dazu, daß man aus Haß jede Folge einmal seine Chipstüte gegen den Fernseher schmeißt.

Aber dann gibt es da ja auch in allen Serien diese unsäglich Guten, die immer so gut sind, daß auf ihren Stirnen schon diese "Ich bin gut"-Schriftzüge aufzuleuchten scheinen. In "MP" zum Beispiel ist immer der Jake gut. In "Savannah" die Cassie, in "BH" Brandon Walsh und in "Inc" die arme Cynthia.

Es ist bestimmt Teil des Spellingschen Erfolgsgeheimnisses, daß in jeder dieser Serien immer eine Person geradezu unnatürlich gut sein muß.