Auf den Kurssturz an der New Yorker Aktienbörse am vergangenen Wochenende hat der deutsche Aktienmarkt mit erstaunlicher Ruhe reagiert. Es kam an der Montagbörse zwar zu einigen kursdrückenden Abgaben, von Panikverkäufen konnte jedoch keine Rede sein. Die Sorge, vor allem die "Neuaktionäre" könnten ohne Rücksicht auf Verluste ihre Papiere abstoßen, hat sich als weitgehend grundlos erwiesen. Aktienfonds haben auf der ermäßigten Basis ihre Bestände teilweise ergänzt. Verschwunden aus dem Markt ist allerdings die Euphorie nach dem Motto: "Es wird nie wieder schwach!" Die institutionellen Anleger stellen sich auf eine längere Konsolidierung ein, doch nicht unbedingt auf eine Rückkehr zu den bisherigen Spitzennotierungen. Zuversicht beziehen die Profis aus dem wieder anziehenden Dollarkurs und aus der Hoffnung, daß die Bundesbank vorerst nicht an der Zinsschraube drehen wird. Das hat vor allem die Kurserholung bei den Bankaktien gefördert.

Profitiert haben auch Papiere solcher Unternehmen, denen der stabile Dollar nutzt, vorrangig also die Autowerte, denen zusätzlich die gute Konjunktur ihrer Branche zugute kommt.