Dirk Maxeiner: "Die Launen der Sonne", Nr. 31 Klaus Hasselmann: "Die Launen der Medien", ZEIT Nr. 32 Leserbriefe: "Unser Wissen ist unsicher", ZEIT Nr. 33

Für Laien dürfte im Schlagabtausch zwischen Maxeiner und Hasselmann nur eines gewiß sein: Das Klima ist etwas so Chaotisches, daß es sich ebenso wie der Verlauf eines Billardspieles längerfristiger Prognostizierbarkeit entzieht.

Mir als Verkehrssystemplaner und leidgeprüftem Abnehmer der Kapriolen, die Klima und Klimaexperten unablässig produzieren, werden eigene Planungserfahrungen wieder einmal eindrucksvoll bestätigt.

Die eine lautet: "Vor nichts hat der Mensch mehr Angst als vor der Veränderung." Hasselmann etwa warnt eindringlich davor, tatenlos abzuwarten, bis die letzten Zweifel überwunden sind einige Zeilen davor schreibt er aber, daß die Auswirkungen der Klimaveränderungen nicht vorhersehbar sind.

Die zwingende Schlußfolgerung daraus lautet: zwar nicht vorhersehbar, aber jedenfalls unerwünscht beziehungsweise katastrophal.

Meine zweite Erfahrung: "Bei der Berufung auf die pauschale Einigkeit von nicht genannten Experten ist höchste Vorsicht geboten." Auch diese Einigkeit ("kein nennenswerter Dissens") reklamiert Hasselmann für sich. Diese Schutzbehauptung ist hier jedoch nachweislich unzutreffend, weil ich selbst schon mit sehr konträr und dennoch ernsthaft argumentierenden Meteorologen zu tun hatte.

Schließlich darf auch der allseits beliebte "Prozenttrick" bei Hasselmann nicht fehlen: "Die Fehlergrenzen von Modellprognosen werden daher im allgemeinen mit fünzig Prozent angegeben." Was, bitte, sind beim Klima die hundert Prozent? Bestandsgrößen, Flußgrößen, absolute Veränderung von Bestands- oder Flußgrößen, ihre Veränderungsraten oder..."