Tatsächlich, da bewegt sich was. Wer genau hinschaut, kann es sogar sehen. Bund und Länder einigten sich - ja, das gibt es heutzutage noch - auf eine Reform des Hochschulrahmengesetzes.

Ihr erster Vorzug ist das Eingeständnis vergangener Versäumnisse immerhin: Die Hochschulen sollen ihr Geld künftig nach Leistung in Forschung und Lehre erhalten. Bravo: Aber war das etwa bisher nicht der Fall? Internationale Abschlüsse werden möglich. Sehr gut: Aber war Humboldts Erbe denn zuvor eingemauert, zugänglich und einsehbar nur für die Kinder des heiligen Idealismus deutscher Nation? Und die Alma mater soll ihre Studenten beraten.

Großartig: Hat sie das bisher versäumt?

Ach, lassen wir den Spott, jetzt wird ja alles besser, und zwar zum Nulltarif. Denn zur Unterfinanzierung der überfüllten Hochschulen schweigen sich Bund wie Länder lieber aus. Immerhin, Rektoren, Professoren und Studenten dürfen nun hoffen: auf Freiräumchen (beim Hochschulmanagement), ein wenig Wahl (bei der Auslese mancher Studenten durch die Fakultäten) und ein Quentchen Qualitätskontrolle (der Lehrenden durch die Lernenden).

Das ist nicht der ersehnte Ruck, nicht das große geistige Beben, auf das so viele so lange gewartet haben. Aber wenigstens ein tektonisches Zittern mächtig träger Kontinente.