"Hague, William H - A - G - U - E, haben Sie das?" So machte Margaret Thatcher Anfang des Jahres für den neuen Führer der britischen Konservativen eigenwillig Werbung. Nicht nur Journalisten lernten schnell, auch Biographen.

Bestärkt vom Presserummel um den mit 36 Jahren jüngsten Oppositionsführer seit anno Muff, griffen sie zur Feder. Doch ohne Erfolg. Sie werden ihre Manuskripte nicht los. Niemand auf der Insel will etwas über Hague lesen.

"Just William? Too boring for words", titelte der britische Guardian diese Woche. Bloß William, das ist zu langweilig: So denken auch Verleger: "Ein gutes Manuskript über William Hague ist ein Oxymoron", ein Widerspruch in sich, meinte einer. Warum? "Biographien von unmaßgeblichen Politikern verkaufen sich nicht, und Hague ist ein unmaßgeblicher Politiker." Eine Verlegerin rümpfte die Nase: "Ich denke nicht, daß er schon einen Namen oder eine Reputation hat." Wie er das ändern könnte, zeigen Biographien über die Tories Margaret Thatcher und Alan Clark: Interna aus der Downing Street und außereheliche Seitensprünge - das verkauft sich. Doch damit kann der junge Hague noch nicht dienen. Auch Wunderknaben sind eben nur Knaben.