Immer wenn in Bonn wieder eine Jahrhundertreform zusammengebrochen ist, drängen sich Vertreter der beteiligten Ministerien und politischen Parteien bei der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) und suchen Trost. Partei- und kompetenzübergreifend. Nach dem Motto

"The show in Bonn must go on and on" tun die Hobby-Psychologen der kreativen EMMA-Runde ihr Bestes, auch nach dem Scheitern der großen Steuerreform wieder Trost zu spenden.

"Genau betrachtet", sagt Direktionsassistent Dr. Günter P., "ist das wichtigste Versprechen der Steuerreform erfüllt worden."

Die Besucher aus Bonn reißen überrascht die Augen auf und wollen wissen, wieso.

"Sie haben den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen versprochen. Und tatsächlich haben die monatelangen Arbeiten an der Steuerreform für Vollbeschäftigung von Tausenden von Beamten und Angestellten, Schreibkräften, Experten, Lobbyisten und Journalisten gesorgt. Nach zuverlässiger Schätzung reicht allein das Papier, das von Ministerien und Medien in Sachen Steuerreform verbraucht wurde, aus, um 1200 Fußballplätze abzudecken. Dazu kommen die Leistungen von Parteien und Verbänden, Funk und Fernsehen.

Insgesamt ein erheblicher Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt, von dessen Steigerung es abhängt, ob Deutschland das Schulden-Kriterium des Maastricht-Vertrages schafft."

Jetzt sitzen die Besucher aus Bonn schon wieder aufrecht und schauen sich parteiübergreifend stolz an.