Geld stinkt nicht. Mit sicherem Instinkt hat dies die U.T.G. Gesellschaft für Umwelttechnik GmbH im niederrheinischen Viersen entdeckt. Die Tochter der Trienekens GmbH, die wiederum Teil der RWE Entsorgung AG ist, will sich um die finale Lösung des britischen BSE-Problems verdient machen. Sie bietet eine "zeitnahe und sichere Entsorgung" der rund vier Millionen britischen Tiere an, die unter dem Verdacht stehen, vom Rinderwahnsinn befallen zu sein.

Der geniale Vorschlag der U.T.G. sieht vor, die Tiere in Großbritannien zu schlachten und die Fleischmasse farblich zu kennzeichnen, um eine Weiterverwendung als Tierfutter zu verhindern. Anschließend soll das Gefahrgut auf den Kontinent verfrachtet werden damit die Kontrollbehörden jederzeit über den Standort der Lastwagen informiert sind, sollen diese mit Satellitensendern ausgerüstet sein. Ziel der Fracht sind Verbrennungsanlagen, in denen die Tierkörper bei mehr als 800 Grad verbrannt werden.

Der Clou dabei: Trienekens ist einer der wenigen privaten Entsorger, die über eigene Verbrennungsanlagen verfügen. Allerdings leidet die Auslastung dieser vergleichsweise teuren Öfen unter der Konkurrenz der billigeren Deponien. Die BSE-Entsorgung käme den Ofenbetreibern deshalb gerade recht.

Medienpolitik zwischen allen Stühlen: Das Verwaltungsgericht Berlin hat mit einer Entscheidung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) kräftig in die Suppe gespuckt. Da wollte MABB-Chef Hans Hege den Berliner Kabelzuschauern noch ein paar zusätzliche TV-Angebote machen und die Sender Nickelodeon, tm3, Super RTL und Phönix in bisher ungenutzte Kabelkanäle einspeisen. Doch die Telekom als Kabeleignerin hat ihre Kanäle schon für die digitale Zukunft verplant. Wann die allerdings Realität wird, steht noch längst nicht fest.

Das Berliner Verwaltungsgericht unterstrich nun die Rechte der inzwischen zum Privatunternehmen mutierten Telekom, ihre Kabelnetze nach eigenen Kriterien zu verteilen. Hege freilich gibt nicht so schnell klein bei - er bereitet eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht vor.

Eine spannende Frage: War es wirklich "ein historischer Wendepunkt für die arbeitenden Menschen in diesem Land", wie am Montag triumphierend Teamster-Chef Ron Carey nach dem Ende des Streiks beim amerikanischen Paketdienst-Giganten UPS meinte? Eines ist jedenfalls sicher: In fast allen Streitpunkten bekam die Gewerkschaft nach fünfzehn Tagen Ausstand und etlichen Verhandlungen mehr, als das Unternehmen anfangs geben wollte.

UPS-Teilzeitmitarbeiter erhalten zum ersten Mal seit 1982 einen höheren Einstiegslohn, insgesamt steigen die Löhne innerhalb der nächsten fünf Jahre um rund 15 bis 45 Prozent, auch das Pensionssystem des Unternehmens bleibt weitgehend unverändert. Vor allem aber setzten sich die Teamster mit ihrer Forderung durch, mehr Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen: 10 000 Teilzeitarbeiter werden bis zum Jahr 2002 Vollzeitjobs erhalten - zehnmal mehr, als UPS ursprünglich angeboten hatte.