Als Jugendlicher war er zum mehrfachen Raubmörder geworden, in den sechziger Jahren. Ein Gericht in Tokio verurteilte Norio Nagayama zum Tode, begnadigte ihn aber anschließend zu einer lebenslangen Haftstrafe. Japans Oberster Gerichthof hob das Urteil auf, und wieder wurde Nagayama unter den Galgen geschickt. Erst in der Todeszelle lernte er lesen und schreiben, begann er zu dichten, begann er, die monströsen Taten des verwahrlosten Jungen, der er gewesen war, sich selber aufzuklären. Die Tantiemen seiner Bücher und das Geld der Literaturpreise, die er erhielt, überwies er, mit der demütigen Bitte um Vergebung, an die Angehörigen seiner Opfer. 28 Jahre saß er im Kerker, 14 Jahre wartete er auf seine Tötung. Jetzt, Anfang des Monats, wurde er im Gefängnis in Tokio gehängt. Trotz aller Appelle - ein Staatsverbrechen der barbarischsten Art, an das die westliche Welt sich aber offensichtlich (auch angesichts der vielen Hinrichtungen in den USA) zu gewöhnen beginnt.