Deutschlands Führungselite ist ziemlich alt und ziemlich männlich. Im Durchschnitt, so verzeichnet es der Verlag Hoppenstedt, zählen die Unternehmer, Vorstände und Verbandschefs der deutschen Wirtschaft 57 Lenze.

Eigentlich sollte man ja denken, daß die harten Chefposten, geprägt von unzähligen Geschäftsessen, Fernreisen und Debattierrunden, das Leben verkürzen. Aber weit gefehlt: Im Frührentneralter legen etliche Bosse erst richtig los. Der älteste ist gar schon 95 Jahre alt.

Weniger bekömmlich ist das Denken und Lenken anscheinend für Frauen. Nur so ist zu erklären, daß die Herren Chefs sie vorsorglich aus ihren Reihen heraushalten. Mann will Frau diese ständige Last der Entscheidungen schlicht ersparen. Ganze 4,6 Prozent der Managerelite sind weiblich.

Doch die Phalanx der alten Männer gerät ins Wanken. Der jüngste Boß ist 22, und gerade in der Computerbranche tauchen immer mehr Unternehmer auf, die eigentlich noch auf die Schulbank gehören. Und das beste kommt erst noch: Wenn die Frauen erst einmal mitbekommen, wie alt man in der Chefetage werden kann, dürften sie zum Sturm ansetzen.

AU:he