Ich werde jetzt ein Lied singen. Mit der zitternden Stimme der Zaghaften, denn ich ahne schon den griechischen Chor, der im Dunkeln steht und voller Zorn gegenan singt, und daß ich in einem glücklichen Getto lebe, ist einer seiner freundlichsten Einwände gegen meinen Text. Ich singe zum Lob des Mannes.

Ich hätte jetzt gern ein Wort mit M. Es singt sich einfach besser. Marvelous.

Magnifique. Ja, das sind sie, die Männer. Sie säen und ernten für ihre Familie, finden auch noch Zeit, die Ernte zuzubereiten, und während sie kochen und dabei photographiert werden für einen Artikel über kochende Männer, kümmern sie sich um die Kinder. Ja, ich sehe ihn, wie er den Vierjährigen geduldig am Teig kneten läßt für die eigenhändig gemachten Tagliatelle, es stört ihn gar nicht, wenn der Kleine sich mit den klebrigen Händchen an seines Vaters Levis 501 festhält. Nicht nur, daß er ein Halt für alle ist, nein, er hat obendrein einen knackigen Hintern, der Mann.

Marvelous.

Einen Moment. Ich muß lauter singen. Der Krach aus der Küche. Ein erwachsener Mensch, der bereit ist, sich so mit seinem Kind auseinanderzusetzen, die Argumente hin- und herfliegen zu lassen, als ginge es um etwas Wichtiges, wo findet man das? Im meiner Küche, sage ich. Singe ich. Kükü. Das singt sich hart. Kein guter Klang. Magnifique. Marvelous. Na, das läuft doch gleich wieder weicher.

Oh, ja, ich kenne die komische Geschichte von kochenden Männern, die ein Chaos in der Küche hinterlassen, nachdem sie aufs Kreativste eine Mahlzeit hergestellt haben. Es scheint, als sei die Geschichte der Ersatz für den guten alten Witz von der Ehefrau und dem Nudelholz. Mann kehrt trunken heim, Frau steht hinter der Tür, schwingt Holz. Bei uns gibt es keine Stapel des schmutzigen Geschirrs in der Küche. Im Gegenteil. Er gibt mir immer wieder Ratschläge zum Einräumen einer Spülmaschine, nimmt mir das Geschirr aus der Hand, weil ich einfach nicht durchschaue, wie es zweckmäßig hineinzutun sei.

Es drängt sich einem ohnehin der Eindruck auf, als hätten die Karikaturisten und die kabarettistisch Ambitionierten unter den Schauspielern des Landes die Frau als Objekt ihrer Begierde fallengelassen, um sich ganz dem Manne zu widmen. Wie kämen sie denn sonst dazu, noch immer das Ekel zu geben, das mit dem Bier vor der Glotze sitzt und die geschundene Ehefrau herbeiblökt. Dies Bild muß sich lange vor der Erfindung des neuen Mannes in ihren Köpfen festgesetzt haben.