Der Tradition entsprechend würde ich mit Desserts schließen. Weil wir aber unsere Nase auch in die Töpfe der fernsten Länder stecken, wissen wir, daß nicht wenige Völker ihr Essen mit einer Suppe beenden. Und da Suppen bisher nicht vorgekommen - für den Single aber wichtig sind und überdies sehr billig hergestellt werden können - und schließlich auch, um eine Alternative zu den künstlichen Fertigsuppen anzubieten, die in Werbespots der Glück auslösende Mittelpunkt ansonsten kerngesunder Familien bilden, beginne ich diese letzte Folge mit der verkanntesten der schlichten Suppen. Sie besteht aus nichts anderem als Kartoffeln und Lauch und Hühnerbouillon. Man kann sie sogar nur mit Wasser kochen. Abgesehen von Salz und Pfeffer, enthält sie vielleicht ein Lorbeerblatt, oder, wenn Sie unbedingt wollen, frischen Ingwer oder Morcheln oder schwarze Trüffeln oder ausgelöste Austern, die der naschhafte Single in den Teller legt, bevor er die kochendheiße Suppe auffüllt.

Lauch-Kartoffelsuppe

1 dicke Stange Lauch waschen. Den weißen und hellgrünen Teil in 5 mm dicke Scheiben schneiden.

5 kleine, festkochende Kartoffeln schälen und würfeln. Beides zusammen in einem Topf mit schwerem Boden in einer Öl-Butter-Mischung anschwitzen. Dann mit Hühnerbouillon aufgießen, salzen und pfeffern (schwarz, aus der Mühle). Wenn der Inhalt gar ist, kurz mit dem Mixstab in den Topf gehen, damit die Suppe etwas sämig wird. (Aber keine mehligen Kartoffeln verwenden!) Zur Verfeinerung einen TL Butter im Suppenteller verrühren, fertig. Oder - siehe oben. Es schmeckt in jeder Version fabelhaft, vor allem reiner als Kunstsuppen aus der Tüte.

Desserts sind im allgemeinen keine Stärke der Privatküche. In guten Restaurants macht sie ein ausgebildeter Spezialist, der Patissier, und dessen Kunstwerke bringen wir Amateure nicht fertig. Deshalb variieren wir immer nur dieselben Grundrezepte: Parfaits, gestürzte Cremes, Quarkspeisen und kleine Kuchen sowie die deutschen Volksspeisen Mousse au chocolat und Tiramisu. Völlig in Vergessenheit geraten ist die einfachste und billigste Nachspeise, weil es die wichtigste Zutat jahrelang nicht gab: rohe Vollmilch.

Dickmilch