Heilen mit Hasch: Cannabis könnte bei Aids, Krebs und Schmerz helfenSeite 2/2

Allerdings unterstützt Cannabis seinen vernachlässigten Vetter, das Morphin: Bereits kleine THC-Mengen steigern die Wirkung von Morphin und können deshalb in der Schmerztherapie die eingesetzte Opiatdosis senken. "Vielleicht gibt es schon in drei Jahren ein Kombinationspräparat aus Morphin und Cannabisextrakt", hofft Robert Gorter. Bevor er sich an dessen Entwicklung macht, startet der Professor aus Moabit im Oktober eine internationale Studie, die den Einsatz von Cannabis bei je 360 Krebs- und Aids-Patienten zwölf Wochen lang untersucht. Für das nächste Jahr ist ähnliches bei Multiple-Sklerose-Patienten und Menschen mit sogenannten neurodegenerativen Leiden geplant.

Bleibt zu hoffen, daß kein wahlkämpfender Politiker aus Angst vor negativen Schlagzeilen den Geldhahn für die Cannabisforschung zudreht. Denn in allen potentiellen Einsatzgebieten herrscht laut NIH-Studie Klärungsbedarf. Unklar ist etwa, ob Marihuana besser hilft, wenn es geraucht wird. Dann gelangt das THC schneller ins Blut und leichter ins Gehirn, weshalb ein Joint auch eine stärkere Rauschwirkung als die Pille entfaltet.

Die Haschischzigarette enthält neben THC noch andere pharmakologisch interessante Inhaltsstoffe. Sie birgt allerdings auch die bekannten Risiken des Rauchens und der Sucht. Die Experten fordern deshalb die Entwicklung eines "rauchfreien Inhalationssystems, das möglichst reine Formen der aktiven Inhaltsstoffe von Marihuana liefert".

Wenn das mal bloß nicht in falsche Hände gerät.

 
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