Robinson ist totSeite 2/4
Allwöchentlich spult hier der Hauptkonkurrent TV4 sein Bingolotto herunter.
Eineinhalb Millionen Zuschauer sind dabei Durchschnitt, nicht schlecht bei einem Land mit acht Millionen Einwohnern. Kein Wunder, wenn die öffentlich-rechtlichen Programmtüftler angesichts der eigenen Ohnmacht gegen den Erfolg des Primitivkonzepts von TV4 mit dem Schicksal hadern.
Im letzten Herbst glaubte man bei SVT unter all den Spielkonzepten, die auf dem internationalen Markt der Fernsehunterhaltung kursieren, endlich eine zündende Programmidee gefunden zu haben: "Survive" war der Name des Spiels.
"Wir fanden es eine tolle Idee", erinnert sich die Stockholmer SVT-Chefin Birgitta Karlström heute. "Ein Spiel der Abenteuer. Die Teilnehmer gewöhnliche Schweden wie du und ich, die auf einer einsamen Insel zusammen überleben sollten. Das war endlich einmal etwas völlig anderes."
Daß keine andere Fernsehanstalt sich bis dahin an die Verwirklichung von "Survive" gewagt hatte, obwohl das Spielkonzept in vielen Ländern angeboten worden war, interessierte die Macher bei SVT nicht. "Klasse, daß wir einmal mit einer Sache die ersten sind", verkündete stolz der Moderator Harald Treutiger, als er die neue Serie Ende Februar als "eine Mischung aus Robinson Crusoe, Herr der Fliegen und Zehn kleine Negerlein" präsentierte.
Hätten die Verantwortlichen Goldings düsterpessimistischen Roman gelesen, dann wären sie sicher gewarnt gewesen. So aber einigten sie sich rasch auf den griffigen Titel "Expedition Robinson" für das Projekt. Veranschlagt wurde dafür mehr Geld als je zuvor für ein einzelnes Programmprojekt, knapp zwanzig Millionen Kronen.
Und wie ging es bei den Dreharbeiten auf Tengah zu? Hatten zunächst innerhalb der Teams Spaß und Zusammenarbeit dominiert, wurde es an Tag vier ernst. Für jedes der acht Mitglieder der unterlegenen Mannnschaft Süd galt es nun, sich in eine kleine Hütte zu begeben, um vor laufender Kamera unter Angabe der Gründe jenen Kameraden vorzuschlagen, der nicht mehr dabeisein sollte. Gleich darauf teilte Moderator Treutiger das Ergebnis mit: vier Stimmen gegen Sinisa, zwei gegen Marie-Louise, je eine gegen Camilla und Kent. Es blieb gerade noch Zeit für die Kameraden, dem 35jährigen Jurastudenten, der als erster der 16 Teilnehmer ausgeschieden war, einige tröstende Worte zu sagen - und tschüs!







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