Zurück zum Kino, dessen Absatzmärkte auch durch Koproduktionen vergrößert werden sollen. Wer keine Europuddings herstellen will und doch die Leinwände jenseits der Grenzen erreichen, muß gut kochen können. Erfolgreiche Beispiele wie die deutschdänisch-portugiesische Koproduktion "House of Spirits" mit gut vier Millionen verkauften Eintrittskarten außerhalb des Herstellungslandes oder "Little Buddha" mit über drei Millionen sind selten und zudem meist englischsprachig. Trotzdem hält sich der Trend zu Gemeinschaftsproduktionen, wie die deutsch-französische Liebesgeschichte "Obsession" von Peter Sehr belegt.

Gleichzeitig nimmt die Verflechtung in der Medienbranche zu, und die Unabhängigkeit eines Produzenten - Bedingung für eine Media-Förderung - ist nicht mehr klar auszumachen. Die Neue Deutsche Filmgesellschaft (NDF), eine eng mit dem Kirch-Konzern, also auch verschiedenen TV-Sendern verbundene Produktionsfirma, erhielt von Anfang an Geld aus Brüssel. Anders die Bavaria Film GmbH: Weil sie mehrheitlich im Besitz von WDR und SDR ist, stießen ihre Anträge auf Hindernisse. Inzwischen gilt aber auch die Bavaria als unabhängige Produktionsfirma.

Trotz aller Mängel - in vielen Bereichen arbeitet das Förderprogramm gut. Auch da, wo es nicht unmittelbar um Geld geht. Media-Stände auf allen großen Festivals ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich. Ausbildungsformen, die sich den Marktanforderungen gestellt haben, sind inhaltlich erfolgreich. Learning by industry, so ließen sich andere Projekte charakterisieren, und an der Media Business School in Madrid waren die "Leute aus den neuen Bundesländern happy, auf einen Schlag alles zu lernen", berichtet Christoph Holch.

Wo es ums Geld geht, sind neue Strukturen vonnöten. Zu viele der Produktionsfirmen - die Mehrzahl noch - sind so klein, daß sie mit den Fördermitteln gerade mal ihr Überleben sichern. Nur wirtschaftlich gesunden, mittelständischen Firmen kann der Spagat zwischen Geld und kulturellem Engagement abverlangt werden.

Bis dahin sind die Mitarbeiter an den Desks froh, "daß es die Brüsseler nicht geschafft haben, die Leute zu frustrieren". Auch in diesem Remake scheint Optimismus die größte Stärke des kleinen David. Und noch ist es keineswegs sicher, daß die Geschichte diesmal nicht doch den zu erwartenden Ausgang nimmt.

Ein Bericht über die deutsche Filmförderung ist in der ZEIT Nr. 47 vom 14. November erschienen.