Der Krieg war aus, Dov Shenkal und seine Freunde hatten nur ein Ziel: Vergeltung für den Massenmord an den Juden. Auf eigene Faust suchten sie Schuldige - und töteten sie. Ein Besuch bei drei Männern, die nichts bereuenSeite 5/5

Der Arsen-Kurier Dov Shenkal hatte von der Hagana-Leitung den Auftrag bekommen, sicherzustellen, daß das verteilte Arsen bei Plan B nicht tödlich wirkte. Und er räumt auch ein, Abba Kovner an die Briten verraten zu haben. Am 23. April 1946 berichtet die New York Times, daß mehr als 2000 SS-Angehörige in einem Nürnberger Gefangenenlager vergiftet worden seien. Aber es sei niemand gestorben. Diese Meldung muß in den Zeiten der strengen allierten Pressezensur aber nicht unbedingt stimmen. Zur Belohnung für Shenkals Verrat entließen die Briten 5000 Juden aus belgischen und französischen Sammellagern. Sie durften nach Palästina ausreisen, mit ordentlichen Pässen ausgestattet - obwohl die Briten sonst versuchten, jede jüdische Zuwanderung in ihr Mandatsgebiet Palästina zu verhindern.

Dov Shenkal bleibt wenigstens eine angenehme Erinnerung an diese schreckliche Zeit: Er durfte die 5000 Juden nach Israel begleiten, und wenn er davon erzählt, sieht er sehr zufrieden aus. War es richtig, damals nur an Rache zu denken? "Wenn ich noch einmal in der Zeit zurückreisen könnte, würde ich lieber Gutes tun", sagt er. Doch wie Chaim Miller und Olie Giveon beharrt er darauf, daß er nichts bereut. "Unsere Rache war winzig und fast unwichtig im Schatten des industriellen Massenmords", sagt er.

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