Am Golde hängt doch alles, sagt schon der alte Goethe. Nicht alles, aber doch einige Milliarden, sagte sich vor Monaten Theo Waigel, als er die Goldreserven der Bundesbank zur Entlastung seines Haushaltes gern aufgewertet gesehen hätte. Probleme mit der Maastrichter Schuldenoptik haben auch die Italiener. Doch die sagten nichts, sie handelten einfach. Und zwar mit ihrer Goldreserve. Genau gesagt verkaufte das Offizielle Wechselbüro, eine der Notenbank unterstellte Behörde zur Kontrolle der Devisengeschäfte, an die Notenbank 540 Tonnen des gelben Edelmetalls. Bewegt wurde dabei kein Gramm, denn sowohl dies Gold wie die 2000 Tonnen, welche die Notenbank außerdem besitzt, lagern einträchtig bei der Federal Reserve in den USA. Doch dieser Federstrich hatte eine gewaltige Wirkung: Jetzt ist das Gold plötzlich mit seinem Marktpreis gebucht. Die satte Wertsteigerung von umgerechnet sieben Milliarden Mark kostet 3,7 Milliarden Mark Ertragsteuer. Damit fließt Bares in Höhe von 0,2 Prozent des Sozialprodukts von der Notenbank ans Schatzamt.

Auch bei staatlichen Finanzjongleuren gilt wohl: Tricksen will gelernt sein!