NICOSIA. - Unter völkerrechtlichen Gesichtspunkten besteht an der Existenz unseres Staates, der Türkischen Republik Nord-Zypern, kein Zweifel.

Auch wirtschaftlich hätten wir ohne die jahrzehntelangen Embargos prosperieren können. Aber EU-Gelder, auf die wir einen Anspruch hätten, wurden nur im Süden verwendet. Durch diesen Betrug haben die Zyperngriechen vordergründig die EU-Aufnahmekriterien erfüllt.

Außerdem versucht GriechischZypern, durch den EU-Beitritt den Anschluß an Griechenland (Enosis) zu erschleichen, was der EU-Kommission trotz unserer Warnungen entgangen sein muß. Darüber sind wir enttäuscht. Offensichtlich wurde nicht beachtet, daß die Republik Zypern seit 1963 nicht mehr besteht, also ein Kandidat ist, den es gar nicht gibt.

Der jüngste Luxemburger EU-Gipfel serviert den Griechen Enosis auf dem Silbertablett die EU vertieft damit den Graben zwischen Türken und Griechen.

Nun kann nicht mehr von Volksgruppen, sondern jetzt muß von souveränen Einzelstaaten auf Zypern die Rede sein: Ich werde künftig an allen Verhandlungen als Repräsentant der souveränen Türkischen Republik Nord-Zypern teilnehmen. Europa hat Menschenrechte und internationale Verträge für kurzfristige Interessen und aus Angst vor dem griechischen Veto mißachtet.

Oft wird mir vorgeworfen, ich sei ein unnachgiebiger Verhandlungspartner: Aber schließlich ist es meine Aufgabe, die international verbrieften Rechte meines Volkes zu schützen. Diese Verantwortung wurde mir demokratisch übertragen. Als Vertreter einer Minderheit, so wie es Griechisch-Zyprer gerne sähen, kann ich mich nach der Verfassung von 1960 nicht verstehen. An ihr hatten deutsche Juristen mitgearbeitet, und nach ihr sollten Griechen wie Türken gleichberechtigte Partner der Republik Zypern sein. Diese Verfassung sollte durch Großbritannien, Griechenland und die Türkei als Garantiemächte geschützt werden (Londoner und Züricher Verträge).

Seit 1963, als nationalistische Griechen die Republik Zypern stürzten, hätte die Türkei auf Grund jenes Garantievertrags intervenieren müssen. Das wurde ihr nicht erlaubt. Statt dessen entsandte der UN-Sicherheitsrat eigene Soldaten und verabschiedete eine Resolution, die die griechischen Usurpatoren implizit als Regierung anerkannte. Trotzdem setzten griechische Nationalisten ihre Anschlußbestrebungen fort. Tausende von Zyperntürken flohen ins Exil oder in Enklaven. Die Teilung der Insel begann. Europa sah ethnischen Säuberungen in 103 türkischen Dörfern und grausamen Massakern tatenlos zu.