Sisi für Österreich, hundert Jahre danach

Fast eine Dichterin, fast eine Sozialistin

Kaiserinnen tätowieren, ein Unfug - "eine furchtbare Überraschung", äußerte sich Franz Joseph, als er erfuhr, daß Sisi, auf einer Reise durch die Ägäis, in einem durchaus unstandesgemäßen Hafenlokal sich einen Anker auf die Schulter hatte tätowieren lassen (1888, da war sie immerhin schon 51 Jahre alt).

Franz Josephs "furchtbare Überraschung" beruhte auf Unkenntnis mediterraner Bräuche. Nicht wenige Frauen von Seeleuten ließen sich tätowieren, und alle Männer sowieso. Die Grenze zwischen den Geschlechtern konnte die liberale Kaiserin spielerisch überschreiten.

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Die Weltgeschichte ist ein Tätowier-Shop. Die Historiker arbeiten mit unsterilen Nadeln, sie brennen den Personnagen Ehren- und Schandmale ein, die sich als schwer entfernbar erweisen. Man kann von der Weltgeschichte gar keine zu geringe Meinung haben, sie wird von der Wirklichkeit immer noch unterboten.

"Zu toll wird endlich mir der Spaß,

Und nichts mehr soll mich hindern,

Ich drehe eine lange Nas

Und zeig allen den Hintern."

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