Sisi für Österreich, hundert Jahre danachSeite 9/14

Ließ ich mir demutsvoll."

Sisi schreibt "sch.....n" mit fünf Punkten, aber es zeigt doch ihr bayerisches Kraftgemüt. Sie hatte in München als junges Mädchen viel Freiheit, zum Unterschied vom späteren Leben in der Wiener "Kerker-Burg", so nannte sie's, wo sie zur Verzweiflung getrieben wurde.

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Sisis eigentliche "Rumanian Connection" läuft nicht über die deutsch-romantische Carmen Sylva, sondern über einen echten Rumänen und Philosophen der Verzweiflung, Emil Cioran, gebürtig aus dem damals habsburgischen Siebenbürgen. Cioran und Sisi trafen einander nie, aber aus einem Gespräch mit Cioran, knapp vor seinem Tod (1995), weiß man, daß er sie leidenschaftlich verehrte und (ein Stück rumänischer Galanterie) für philosophisch ebenbürtig hielt. Im Gespräch mit seiner Übersetzerin (er schrieb zumeist französisch) Verena von der Heyden-Rynsch erweist sich Cioran als verblüffend genauer Kenner Sisis. Er zitiert, was er die vier Kernsätze ihrer Philosophie nennt, und in der Tat sind diese meilenweit entfernt von Operette und Musical:

"Der Wahnsinn ist wahrer als das Leben."

"Der Todesgedanke reinigt wie ein Gärtner, der das Unkraut jätet ... Deshalb halte ich den Schirm oder Fächer vor meinem Gesicht, damit er ungestört gärtnern kann."

"Die Sterne sind schimmernde ferne Leichen."

"Die wahren Tränen kann man nicht weinen, und die man weint, verrinnen alle umsonst."

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