Kinderschänder im NetzSeite 2/2

Doch die Provider sind uneins in der Frage, ob man den Pornoscanner einsetzen sollte. Michael Schneider, Jurist der Provider-Lobby eco, hält die Idee für "abwegig". Betreiber der Server sollten "nicht zu Hilfsbeamten werden". Doch in der Online-Szene hat ein Meinungsumschwung stattgefunden: Bis vor kurzem galt der Verweis auf Kinderpornographie noch als Vorwand derjenigen, die Freiheiten im Netz einschränken und Provider in die Überwachung des Datenverkehrs einbinden wollten. Inzwischen haben altgediente Hacker, entsetzt vom Ausmaß des Kindesmißbrauchs, die Organisation Ethical Hackers against Pedophilia gegründet. Sie durchforsten das Internet nach Schlupflöchern, knacken paßwortgeschützte Chatrooms, legen ganze Server lahm und geben FBI und Zollbehörden Tips. Und sie sind nicht die einzigen: Im Netz bilden sich immer neue Gruppen, die "Cyber Angels" oder "internet watch" heißen und als selbsternannte Sheriffs im Netz für Sauberkeit sorgen wollen.

Auf großes Interesse stieß der hessische Pornoscanner bei internationalen Polizeiorganisationen, als er anläßlich der Arbeitstagung "Crime against Minors" im November vergangenen Jahres in Budapest unter anderem dem FBI, Interpol und Scotland Yard vorgestellt wurde. Die internationale Zusammenarbeit der Strafverfolger wird angesichts des grenzenlosen Datenraums immer wichtiger. Lange Zeit mußten die deutschen Polizisten die meisten Verfahren einstellen, weil die Beschuldigten sich im Ausland aufhielten, gewöhnlich in den USA. Inzwischen übergeben sie solche Fälle sofort an ausländische Behörden. Und die Zusammenarbeit zeitigt erste Erfolge, wie das Aufdecken des "Lolita-Clubs" zeigt. Weitere Informationen über den Kampf gegen Kinderpornographie im Internet finden Sie unter http://www.zeit.de/links/

 
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