Wassertrinken schadet nicht

Ein Abzählvers aus meiner Kinderzeit lautete: "Kirschen gegessen / Wasser getrunken / übel geworden / ins Krankenhaus gekommen." Ist da was dran?

Bei der Beantwortung Ihrer Frage hilft uns wieder einmal Antal Bognar von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe. Zwar gibt es diesmal keine eigens durchgeführte Untersuchung über Kirschenessen und Wassertrinken. Bognar kann aber "nach eigener Erfahrung" folgendes sagen:

Bauchschmerzen nach Kirschengenuß entstehen durch Gärprozesse im Magen. Damit es gärt, müssen Keime vorhanden sein. Diese gibt es zuhauf auf der Obstschale, sie werden aber meist von der Magensäure abgetötet. Bei größeren Mengen von Kirschen (mehr als einem Pfund) kann es sein, daß der Magen überfordert ist und der Gärprozeß in Gang kommt - mit den erwähnten Folgen.

Die Legende mit dem Wassertrinken ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß in früheren Zeiten das Trinkwasser von mangelhafter Qualität war und viele Keime enthielt - unter anderem auch die Hefepilze, die für die unangenehme Gärung im Bauch sorgen.

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