Um zu begreifen, was ihn groß gemacht hat, muß man bis in jene Zeit zurückgehen, als der deutsche Film noch jung und die Filmkritik noch kritisch war. Damals, 1973, wurde Peter Buchka, promovierter Germanist ("Die Schreibweise des Schweigens"), Filmredakteur der Süddeutschen Zeitung - und übernahm damit eine Tradition des feuilletonistischen Ausdrucks, die von Gunter Groll, Frieda Grafe oder Alf Brustellin geprägt worden war. Bei Buchka bekam die Rede über Film eine deutlich persönliche Tönung

er scheute weder vor der Freundschaft mit Regisseuren zurück noch vor dem offenen Eingeständnis eigener Vorurteile. Das machte sein Schreiben angreifbar, aber auch sympathisch. Sein Ton war, in der Zeitung wie im Leben, jovial und herzlich

verbissen wirkte er nie. Sein Buch über Wim Wenders ("Augen kann man nicht kaufen") und seine Aufsätze über Herbert Achternbusch zählen zu den Lichtblicken deutscher Filmpublizistik. Mit dem Hinschwinden des Neuen Deutschen Films wurden auch Buchkas Artikel in der Süddeutschen seltener. So kann man ohne Übertreibung sagen, mit seinem Tod gehe ein ganzes Genre deutscher Filmkritik zu Ende. Anfang vergangener Woche ist Peter Buchka in München gestorben. Er wurde nur 55 Jahre alt.