Venedigs Baugeschichte erzählt ein voluminöser Bildband, der alle erfreuen wird, die gängige Kunstreiseführer über die Stadt in der Lagune als zu karge Kost empfinden. Wer tieferes Interesse für die historische und architektonische Entwicklung der Serenissima zeigt, wer wissen möchte, warum gerade hier, auf wankendem Grund, eine der schönsten Städte des Abendlandes entstand, findet in dem illustrierten Band (Stadt in der Lagune - Leben und Bauen in Venedig von Richard Goy, Farb- und Schwarzweißfotos, Knesebeck Verlag, München 1998; 320 Seiten, 128,- DM) eine umfassende Chronik vor. Der Autor, bereits bekannt durch frühere Venedig-Publikationen, legt anhand der verschiedenen Stadtviertel dar, in welcher Weise soziale und ökonomische Gegebenheiten ihren architektonischen Ausdruck fanden. Gemessen an den vielen schwelgerisch-schönen Fotos, die über diese Stadt in Umlauf sind, fallen die Abbildungen dieses Bandes eher nüchtern aus (unser Bild zeigt ein Detail der Rialtobrücke). Sie wollen Kenntnis vermitteln, ebenso wie Bauskizzen, Stiche, Gemälde und Stadtpläne, die der forschenden Neugier des Lesers entgegenkommen.