Mary Morrissy: "Kind aus dem Meer"; Roman; aus dem Englischen von Isabell Lorenz; Rowohlt Verlag, Reinbek 1998; 318 S., 39,80 DM Aus drei mach eins: Drei Frauen, drei Geschichten, ein Roman - das verkauft sich besser. Während die allseits gelobten Erzählungen der preisgekrönten Autorin noch nicht in Übersetzung vorliegen, ist ihr danach entstandener Debütroman ab 11. September in den Buchläden zu haben. Hinter dem - mal mehr, mal minder zarten - Schleier aus weiblichen Befindlichkeiten locken unsentimentale Irland-Impressionen, ein Panorama der kleinen Dinge von den Fünfzigern bis zu den Achtzigern.

Brenda Wineapple: "Schwester Bruder. Gertrude und Leo Stein"; aus dem Amerikanischen von Roseli und Saskia Bontjes van Beek; Arche Verlag, Hamburg 1998; 656 S., Abb., 72,- DM Vielleicht hätte das Ganze "Bruder Schwester" heißen müssen: Den heute vergessenen Teil jenes ungleichen Gespanns, das im Paris der Vorkriegszeit zu den ästhetischen Meinungsmachern gehörte, hat Brenda Wineapple in ihrer Duographie mindestens genauso ausführlich porträtiert wie die Schöpferin der totzitierten Rose. Wineapple komponiert ein unterhaltsames Material-Potpourri samt dickem Anmerkungsapparat: Chronik der Entwicklung von "Stein & Co."

Christa Neubert-Herwig (Hg.): "Benno Besson. Theaterspielen in acht Ländern"; Stiftung Archiv Akademie der Künste/ Alexander Verlag, Berlin 1998; 352 S., 39,80 DM Nachdem die Brecht-Exegese ihren Zenit zum 100. überschritten hat, kommen jetzt die ehemaligen Thronfolger an die Reihe. Daß Benno Besson, das Regietalent mit dem Händchen fürs Leichte, Komische, Französische, mehr ist als eine Anekdote des Meisters, belegt das eben erschienene Porträt. Die Texte, Bilddokumente und Gespräche verfolgen den Weg des Westschweizers vom Brecht-Schüler zum DDR-Starregisseur - und was danach kam.