Das Disziplinarverfahren gegen den Ulmer Krebsforscher Friedhelm Herrmann ist eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft in Ulm ermittelt allerdings weiter wegen Betrugsverdachts. Die Disziplinarmaßnahme gegen Herrmann hat sich aus Sicht des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums erübrigt, weil der Mediziner um seine Entlassung aus dem Landesdienst gebeten hat und damit den Beamtenstatus verliert. Herrmann hatte sich bereits im Juli von seiner Professur an der Universität Ulm beurlauben lassen. Die Ermittlungen gegen ihn wurden vor einem Jahr eingeleitet, weil er jahrelang Studienergebnisse gefälscht und so Fördergeld für seine Arbeit erschlichen haben soll. Das Verfahren der Ulmer Staatsanwaltschaft wurde ausgesetzt, um ein Urteil des Bundesgerichtshofs in einem ähnlichen Fall abzuwarten. Die obersten Richter werden demnächst darüber entscheiden, ob Betrug vorliegt, wenn ein Beamtenanwärter seine Behörde nicht vollständig über seine frühere Mitarbeit bei der Stasi informiert hat.