Die Börse spielt verrückt. Am Montag nach der Wahl stiegen die Aktienkurse, obwohl mit einem tiefen Fall gerechnet worden war. Denn die Aussicht auf eine rotgrüne Bundesregierung muß jedem anständigen Aktionär mit Konto in Luxemburg den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Schließlich haben die potentiellen Koalitionäre den Kapitalisten bereits mit der Anwendung schlimmster Folterwerkzeuge wie neuen Steuern auf Vermögen oder Kursgewinne gedroht.

Da es sich bei der Börse aber um eine äußerst vernünftige Veranstaltung handelt, läßt sich das scheinbar widersinnige Verhalten der Anleger leicht erklären: Sie haben das Wahlergebnis längst vorweggenommen und bereits Mitte Juli mit dem Verkauf von Aktien begonnen - der Dax schmierte ab von 6200 auf zuletzt 4600 Punkte. Damit steht nun fest, wer wirklich die internationale Finanzkrise zu verantworten hat: nicht irgendwelche Superspekulanten, sondern die weltweit gefürchteten Dividenden-Desperados Gerhard Schröder und Joschka Fischer.