Das Luisium im Wörlitzer Gartenreich ist nach langjähriger Restaurierung wieder eröffnet worden - und das ist eine Reise wert. Das klassizistische Schloß mit seinem Landschaftsgarten ist ein Juwel unter den einstigen Sommersitzen des Hauses Anhalt-Dessau: eine späte Schöpfung des Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, entstanden in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Unbeschädigt hatte der zierliche, in die Landschaft hineinkomponierte Bau selbst den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit überstanden. 20 Jahre lang war er dann dem Verfall wie dem Vergessen preisgegeben. Was den europäischen Bildungsreisenden um 1800 zum Entzücken gereichte, hat die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz als Träger des Gartenreichs der Öffentlichkeit nun wieder zugänglich gemacht. So gilt hier im Luisium nun für jedermann ganz besonders, was der Prinz de Ligne vor 200 Jahren Gärtnern, Malern und Dichtern empfahl: daß sie in die Kulturlandschaft des aufgeklärten Fürsten Franz von Anhalt bei Dessau reisen sollten, um zu lernen, zu empfinden und zu genießen.