Der Ausgang der Bundestagswahlen wurde am deutschen Aktienmarkt gelassen aufgenommen. Leidtragende des Ergebnisses waren allein die Versorgungswerte, weil die neuen Regierungsparteien einen Ausstieg aus der Kernenergie anstreben. Dagegen gab es größere Schwankungen aufgrund der Schieflage des Risikofonds Long Term Capital Management (LTCM). Betroffen waren vor allem die Bankaktien. Autoaktien konnten trotz des abgeschwächten Dollar an Boden gewinnen. Die Nachrichten aus der Branche sind günstig. Hinzu kommen Gerüchte über eine Zusammenarbeit großer Konzerne. Warnungen, der Autoboom könnte im kommenden Jahr seinen Höhepunkt erreichen, wurden bisher nicht ernst genommen. Aber die Furcht vor einer weltweiten Konjunkturabschwächung - als Folge der Krisen in Japan, Rußland und Lateinamerika - hat die Kapitalflucht in "sichere Häfen" anhalten lassen. Davon profitierte auch der deutsche Rentenmarkt, an dem die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen erstmals unter vier Prozent gesunken sind. Mit einem erneuten Anstieg wird frühestens im kommenden Jahr gerechnet.

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