Amerikanische Wissenschaftler glauben Hinweise gefunden zu haben, daß die ersten Bausteine des Lebens in der Tiefsee entstanden sind. Sie stellten in Hochdruckkammern die Bedingungen nach, die an heißen Quellen am Meeresboden herrschen. Wie die Forscher in Nature (Bd. 395, S. 365) berichten, gelang es ihnen dabei, Stickstoff in Ammoniak umzuwandeln. Auch die Entstehung weiterer Stickstoffverbindungen hatten sie im Experiment nachweisen können. Stickstoff ist die Basis für Aminosäuren und Nukleinsäuren und gilt daher als wichtiger Grundbaustein für alle Lebensformen. Bisher nahm man an, daß erste Formen dieser Molekülketten auf dem Land entstanden sein müßten. Doch offenbar gab es unter Wasser schon wesentlich früher günstige chemische Bedingungen für diese Prozesse, glauben die Forscher jetzt. Erste experimentelle Beweise dafür gelangen unlängst dem Chemiker Günter Wächtershäuser und Claudia Huber von der Technischen Universität München (Science, Bd. 281, S. 670).