Die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler fordert auch auf höchster Ebene Opfer: Fünf der zehn Aufsichtsräte müssen ihren gutbezahlten, prestigeträchtigen Posten für Amerikaner räumen. So wird Bertelsmann-Chef Mark Wössner, der erst im Mai in das Kontrollgremium gewählt worden ist, wohl wieder ausscheiden. Ihren Abschied nehmen auch der Veba-Vorstandsvorsitzende Ulrich Hartmann und der Commerzbank-Chef Martin Kohlhausen - trotz der traditionell engen Beziehung seines Hauses zu Chrysler. Gehen muß außerdem Birgit Breuel, Expo-Geschäftsführerin und einzige Frau im erlauchten Kreis.

Aufsichtsrat-Chef Hilmar Kopper von der Deutschen Bank hingegen wird weiterhin die Geschäfte des Autogiganten überwachen - ebenso wie sein Kollege Bernhard Walter von der Dresdner Bank. Dieses Geldhaus vertritt die Interessen des Scheichtums Kuwait, eines der Großaktionäre von Daimler-Benz. Ungefährdet ist auch Bayer-Chef Manfred Schneider, der bereits dem AR-Präsidium angehört. Für die Verbleibenden wird das wohlreputierte Nebenamt künftig allerdings zeitaufwendiger werden. Statt bisher viermal soll der Aufsichtsrat des neuen Giganten künftig sechsmal tagen, davon zweimal in den USA. Versüßt wird den Räten der Mehraufwand allerdings durch eine Verdoppelung der Aufsichtsratsvergütung von 80 000 auf 160 000 Mark.