In den Nasenhöhlen der Opfer könnte die Lösung des Rätsels um die 32 toten Männer von Magdeburg stecken. Die Leichen wurden 1994 auf einem Gelände entdeckt, das sowohl von der Gestapo als auch von der sowjetischen Armee genutzt worden war. Jetzt identifizierten Rechtsmediziner der Magdeburger Universität Reste der Pollen, die die Opfer kurz vor ihrem Tod eingeatmet hatten. Sie stammen vor allem von Pflanzen, die im Juni und Juli blühen, wie Wegerich und Linde (Nature, Bd. 395, S. 449). Das spricht dafür, daß es sich bei den Leichen um sowjetische Soldaten handelt, die von der eigenen Geheimpolizei ermordet wurden, weil sie sich weigerten, den Aufstand vom 17. Juni 1953 niederzuschlagen. Die These, die Gestapo habe die Männer kurz vor Kriegsende im Frühjahr 1945 ermordet, ist unwahrscheinlicher geworden. Daß die Toten wohl aus der Sowjetunion kamen, belegt auch der schlechte Zustand ihrer Zähne, die keinerlei Anzeichen für die bei Mitteleuropäern zu erwartenden Zahnreparaturen zeigen.