Knapp sieben Millionen Deutsche über vierzehn Jahren surfen im Internet, mit vier von zehn aller angeklickten Web-Seiten steht das Thema Reisen dabei an erster Stelle. Flug- und Bahnpläne sind ebenso im Netz zu entdecken wie Urlaubsschnappschüsse oder Suchprogramme für die billigste Pauschalreise. Eine CD-ROM aus dem Peter Rump Verlag verspricht, erstmals die elektronische Informationsflut zu entwirren: Die ganze Welt im Internet mit "15 000 Links zu allen Ländern der Erde".

Die Web-Adressen sind strikt nach Regionen und Ländern sortiert, die auf einer Weltkarte oder über ein Register angeklickt werden können. Auf der jeweiligen Länderseite findet der hoffnungsfrohe Surfer unter acht nach reisepraktischen Gesichtspunkten entworfenen Kategorien wie "Überblick", "Praktisches", "Hintergrund" oder "Impressionen" jeweils eine Tabelle mit Internet-Adressen und dazugehörigen Kurzkommentaren.

Technisch ist die CD-ROM einfach zu bedienen, benötigte Software zur Verbindung mit dem Internet wird mitgeliefert. Ein Klick auf die Adresse stellt die Verbindung zur dazugehörigen Homepage her.

Grönland ist ein Beispiel für frustrierende Sucherlebnisse auf der Reise durch die CD-ROM. Das Register "Unterwegs" enthält keinen Link auf die SAS, die einzige Fluggesellschaft, die Festlandeuropa mit der großen Eisinsel verbindet. Die Links "Flugplaneingabe" und "FOCUS Online Reise-Center" kennen überhaupt kein Stichwort "Grönland".

Autor und Verlag haben es sich zu leicht gemacht. Letztlich basieren die 15 000 Links der CD-ROM hauptsächlich auf einer schematischen Auswertung von etwa 20 Informationssystemen touristischen oder geographischen Inhalts. Der informationshungrige Reisende stößt immer wieder auf die gleichen Adressen und ihre Unteradressen. Was sie mit dem jeweiligen Land zu tun haben, muß er selbst heraussurfen. So findet man in Grönland auch die SAS - als Link auf der Homepage von Greenland Air verborgen. Der Adressenreichtum der CD-ROM ist, gemessen am Interesse des Nutzers an möglichst genauer Information zum Reiseziel, eher vorgetäuscht. Die Auswahl der Links ist zu pauschal, die Kommentierung der Adressen entsprechend nebulös.

Aber die Scheibe ist nicht gänzlich nutzlos. Man kann viele landeskundliche, reisepraktische und auch amüsante Informationen entdecken. Doch geht es einem bei der CD-ROM wie mit dem Internet selbst: Man muß lernen, sich darin zurechtzufinden. Noch ist der elektronische Führer durch den Reisedschungel des Internet nicht erfunden.

Gunter Schramm: