Nikolaj Platoschkin von der Außenstelle der russischen Botschaft in Berlin erklärte nach diesem Artikel: "Aus diesem Krieg sind 26 Millionen Soldaten nicht zurückgekehrt." Diese Zahl ist maßlos übertrieben.

Im Handbuch der Geschichte Rußlands, Band 3, II. Halbband (Verlag Anton Hiersemann, Stuttgart 1992) heißt es auf Seite 1083: "Auch die Zahl der Todesopfer und der verlorenen Geburten des Zweiten Weltkriegs liegt im dunklen. Die offizielle sowjetische Angabe liegt bei 20 Millionen Toten, von denen je die Hälfte auf die Streitkräfte und die Zivilbevölkerung entfallen. Eine hypothetische Schätzung von Lorimer geht von einem Gesamtbevölkerungsverlust - Exzeßmortalität und Geburtenfehl - in Höhe von 20 Millionen aus: 5 Millionen Tote bei den Streitkräften, 9 Millionen unter der Zivilbevölkerung und ein Geburtendefizit von 6 Millionen." Also: Lorimer kommt auf 14 Millionen getötete sowie durch Kriegseinwirkung gestorbene Soldaten und Zivilisten.

Auf der Potsdamer Konferenz hat Stalin in der Sitzung am 25. Juli 1945 nach den amtlichen sowjetischen Protokollen gesagt: "Wir haben einige Millionen Gefallene ..." Nach den amerikanischen Protokollen hatte er von "über fünf Millionen", nach den Aufzeichnungen des amerikanischen Delegationsmitglieds Cohen von "fünf Millionen" gesprochen (Verlag Politik und Wissenschaft, 3. Auflage, Köln 1985; S. 322) Möglicherweise muß man die in deutscher Gefangenschaft gestorbenen sowjetischen Soldaten hinzurechnen. Auf keinen Fall kommt man jedoch auf 26 Millionen Soldaten.

Karl Diekmann, Essen