Sage niemand, daß Politiker nicht kreativ sein können, zumindest wenn es um die Namen ihrer Regelwerke geht: Post-Universaldienstleistungs-Verordnung, kurz PUDLV, heißt jenes Papier, das die Kunden der Post schützen soll. Bislang tut es das allerdings noch nicht. Denn es liegt schon seit längerer Zeit auf Eis.

Der alte Bundeswirtschaftsminister war sich uneins mit einzelnen Bundesländern, wie weit die Fürsorge des Gelben Riesen für die Versorgung der Bürger künftig gehen soll. Wie viele Postkästen dürfen abgehängt, wie viele Postämter geschlossen werden? Einige Landesfürsten wollen die Post stärker in die Pflicht nehmen, als es von der gerade abgewählten Bundesregierung vorgesehen war. Kein Wunder: Je näher Politiker ihren Wählern sind, um so stärker bekommen sie deren Zorn zu spüren, wenn wieder einmal ein Service eingeschränkt wird, weil er unprofitabel ist.

Der heikle Spagat muß jetzt - womöglich - dem Unternehmer Jost Stollmann als neuem Wirtschaftsminister gelingen. Für den Anfang eine ziemlich gute Übung.