Deutsche Eltern fühlen sich durch die Geburt eines Kindes stärker überfordert als Eltern in anderen Ländern. Das ergab eine gemeinsame Studie von Psychologen aus Deutschland, Südkorea, Österreich und den USA an 675 Frauen und Männern. Während Eltern in anderen Ländern die Geburt eines Babys als wertvolles Geschenk empfinden, sind Kinder für deutsche Eltern eine Belastung und beeinträchtigen die Beziehung. Der Grund hierfür liegt nach Ansicht der Psychologen darin, daß sich deutsche Männer besonders bemühen, dem Ideal des modernen Vaters zu entsprechen. Dieser nimmt an allen Vorbereitungskursen für die Geburt teil, hält bei der Niederkunft die Hand der Frau und nimmt später Erziehungsurlaub, während die Frau Karriere macht. Doch spätestens nach der Geburt beginnen die Probleme. Denn das väterliche Engagement stößt bei Freunden, Verwandten und Arbeitgebern oft auf wenig Verständnis, meinen die Psychologen. So werde es den jungen Vätern schwergemacht, sich regelmäßig um ihr Baby zu kümmern, und die klassische Rollenverteilung bleibe bestehen. Dadurch verschlechtere sich die Beziehung des Paares: Die Männer sind unzufrieden, weil sie sich nicht so verhalten, wie sie es sich vorgenommen hatten. Und die Frauen sind enttäuscht, weil sie etwas anderes erwartet hatten.