Zeppeline im ersten Weltkrieg Luftschiffe des TodesSeite 5/5

Nach einer Aufstellung des Luftfahrtexperten Peter Meyer setzte das Deutsche Reich im Ersten Weltkrieg insgesamt 118 Starrluftschiffe ein (davon 98 der Firma Zeppelin), von denen 40 durch feindliche Angriffe, 41 durch schlechtes Wetter oder technische Defekte zerstört wurden. Da zudem einige Luftschiffe noch während des Krieges ausgemustert und abgewrackt wurden, waren im Herbst 1918 nur noch 16 Luftschiffe einsatzbereit.

Insgesamt fuhren sie knapp über 300 Angriffe auf militärische oder zivile Ziele und warfen dabei mindestens 500 Tonnen Bomben ab. Nach den barbarischen Maßstäben moderner Kriege ist dies relativ wenig. Zum Vergleich: Ein amerikanischer B-17-Bomber des Zweiten Weltkrieges ("Fliegende Festung") hatte rund vier Tonnen an Bord, bei einem einzigen 1000-Bomber-Angriff hätten also an die achtmal mehr Bomben über einer Stadt abgeworfen werden können, als alle Luftschiffe des Ersten Weltkrieges zusammen niedergehen ließen.

Doch die Vorläufer dieser Massenbombardements, der Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki, schließlich der "chirurgischen" Einschläge in Bagdad, sind durch die Luftschiffe ausgeführt worden, jene Saurier der Lüfte, die auf den ersten Blick so gar nicht als Kriegsgerät tauglich sind. Seit den ersten Zeppelin-Angriffen ist die Unterscheidung zwischen "Front" (als Zone, in der gekämpft und gestorben wird) und "Hinterland" (dort, wo relativer Frieden herrscht) obsolet geworden. Von nun an konnte es im Krieg jeden treffen, zu jeder Zeit, an jedem Ort: Die Front war überall.

 
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