Die einen vergraben einen goldenen Globus auf irgendeinem Acker und halten das für das Rätsel des Jahrtausends (Geo Millennium-Rätsel). Andere kündigen die Abfüllung eines 40jährigen Whiskys für den März 2000 an - und nennen es Millennium bottling (Springbank Distillers Ltd., Scotland). Wieder andere preisen die "weltweit erste amtliche Sondermünze mit Digitalanzeige" als Millennium in Time an.

Der Irrsinn um das Millennium grassiert, und natürlich verschont er auch das Internet nicht. Schlaumeier haben sich längst alle Adressen wie beispielsweise www.millennium.de oder www.jahr2000.de gesichert, kostenlos, und warten nun darauf, daß jemand ihnen die Rechte auf die Adressen gegen Geld abkauft.

Der Millenniums-Markt im Internet expandiert wild. Da finden sich amtliche Festkomitees wie zum Beispiel die mit einem Milliardenetat ausgerüstete britische Millennium Commission und Endzeitfetischisten, die bereits Trockennahrung und Munition horten für den Tag, an dem die "Zivilisation, wie wir sie kennen" zusammenbrechen wird, weil alle Computer am Neujahrsmorgen 2000 dem "Y2k-bug" erliegen werden.

Allerdings blicken nicht bloß Paranoiker sorgenvoll auf den bevorstehenden Jahrtausendwechsel. Wer die Internet-Suchdienste mit dem Kürzel "Y2k" (Computerslang für "Jahr 2000") füttert, wird förmlich erschlagen von der Treffermenge. Tausende von Seiten widmen sich der Frage, wie man dem Computer das Jahr 2000 beibringen kann. Und natürlich fehlen auch die Ufologen, die Nostradamus-Jünger und sonstige Apokalyptiker nicht. Kurz: Es war noch nie so viel "Jahr 2000" wie heute.

Grund genug für die ZEIT, sich im Internet dem Phänomen ausführlich zu widmen. Die neue Web-Site wird Hintergrundartikel, Kunstwerke, Links und Visionen bieten. Sie ist ab sofort unter der Adresse www.jahr2000.zeit.de zu erreichen und wird das ganze Jahr über aktualisiert.