Die Schatten der Macht
Still und beharrlich: Deutschlands größter Geldkonzern erobert den Weltmarkt
Regen klatscht Nationalflaggen gegen die Masten, Nebelschwaden ziehen über den Rasen der Münchner Sportanlage. Knallblaue Gestalten trotzen dem Schmuddelwetter. Es sind die Damen und Herren von der Allianz, dem größten Versicherungskonzern der Welt. Montags bis freitags tragen sie Kostüm oder Zweireiher, am heutigen Samstag verrät das Schnaufen der Hobbyathleten jenen Ehrgeiz, den sie sonst am Schreibtisch oder als Vertreter an der Haustür ausleben. 1200 Teilnehmer sind bei der betriebseigenen Olympiade am Start. Sie findet wie das große Vorbild alle vier Jahre statt.
Das blaue Firmenlogo ist seit Jahrzehnten in jedem deutschen Dorfwinkel zu finden. "Hoffentlich Allianz versichert", jedes Kind kennt den Werbespruch, der den eher vorsichtigen Deutschen aus der Seele spricht. Die Allianz ist eine deutsche Institution. In der Bundesrepublik hat sich der Versicherungskonzern eine einzigartige Position aufgebaut: Die Allianz ist der heimliche Lenker der Deutschland AG, obwohl nur die wenigsten um ihre Macht wissen. Wer alle Allianz-Aktien kaufen könnte, müßte dafür weit mehr als doppelt soviel bezahlen wie für die Anteilsscheine der Deutschen Bank. Einer der Gründe für diese Erfolgsgeschichte: Niemand ist hierzulande an so vielen Firmen beteiligt.
Das System Allianz: Understatement in Perfektion
Das schweißtreibende Wochenende dieser besonderen Weltspiele geht mit einer Abschlußfete zu Ende, und Konzernchef Henning Schulte-Noelle lüftet das bestgehütete Geheimnis der Unternehmensgruppe: den nächsten Austragungsort. 2002 ist Mailand dran, die Truppe der italienischen Tochter RAS flippt aus. "Wenn ich meine Entscheidung bekanntgebe und die Leute frenetisch klatschen", sagt der Vorstandsvorsitzende, "dann weiß ich wenigstens alle vier Jahre, etwas richtig gemacht zu haben."
Natürlich ist das Koketterie. Von der Arroganz manch selbstverliebter Firmenlenker fehlt Schulte-Noelle jede Spur. Freundlich, kompetent und fleißig - Attribute, die ihn in seiner über siebenjährigen Amtszeit begleiten. Wer intime Kenner der Szene aufsucht, ob Vorstandschefs, Politiker oder Börsianer, der hört kaum ein böses Wort über den Allianz-Chef, was heutzutage wirklich ungewöhnlich ist. Das Äußerste an Kritik: Dem 56jährigen klebt hartnäckig das Image an, ein unauffälliger Typ zu sein, womit mancher wohl glanzlos, ja langweilig meint.
Es wäre aber töricht, diesen Meister der leisen Töne zu unterschätzen. Henning Schulte-Noelle verkörpert das System der Allianz: Understatement in Perfektion, eine hocheffiziente Mixtur kühler Strategen und geschickter Diplomaten. Mögen sich andere Topmanager vor die Fernsehkameras drängeln und sich als Visionäre feiern lassen, die Allianz bleibt im Hintergrund. Wer das System Allianz verstehen will, tut gut daran, Äußerlichkeiten keine Bedeutung zuzumessen. Etwa bei einem Besuch in der Königinstraße Nummer 28. Hier, direkt am Englischen Garten, wird der Weltkonzern gesteuert. Selbst heimische Taxifahrer verpassen bisweilen den unauffälligen Eingang. Mehr als eine Handvoll Autos kann dort nicht parken. Vor dem funktionellen Bau führen Matronen ihre Zamperl spazieren, ein Biergarten liegt im Winterschlaf.
Und doch, hier sitzt die Macht. Hier wird die deutsche, bisweilen die europäische Unternehmenslandschaft stärker geprägt, als es die Frankfurter Banker in ihren protzigen Türmen aus Glas und Stahl vermögen. Der gigantische Beteiligungsbesitz garantiert Einfluß auf Dutzende Vorstandsetagen. Und dabei geht es fast immer um erste Adressen. Beispielsweise die Hypovereinsbank in München, Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus. Dort hält die Allianz gut 17 Prozent des Kapitals, ihre Mitsprachemöglichkeiten sind weit größer. Nach den jüngsten Turbulenzen um verschollene Milliarden wäre der Vertrag von Bankchef Albrecht Schmidt nicht verlängert worden, wenn Schulte-Noelle dem eigenwilligen Schmidt das Vertrauen entzogen hätte. Er hielt ihn, murrend.
Verglichen mit der Öffentlichkeitsscheu, die Vertreter der Münchener Rück an den Tag legen, hat die Allianz ihr jahrzehntelanges Schweigegelübde immerhin gelockert. "Es geht die Legende, daß hier früher ein Kloster stand", erzählt Diethart Breipohl, Finanzvorstand der Allianz, und schaut aus seinem Büro in der Königinstraße. Ein bißchen erinnere die Konzernspitze ohnehin an einen Orden, entgegnet der Besucher und erntet keinen Widerspruch. "Ja, wir sind ein Team", bekräftigt der unprätentiöse Mann und fügt hinzu: "Die gesamte Führungsspitze ist in der Allianz groß geworden."
Wenn Diethart Breipohl sagt: "Wir sind in gutem Sinne konservativ", dann schwingt da die ansonsten eher im Mittelstand verbreitete Überzeugung mit, am besten sei es immer noch, das Geschäft von der Pike auf zu lernen. Und so haben die meisten im Topmanagement früher eigenhändig Policen verkauft. Bodenhaftung als Erfolgsrezept. Breipohl ist gleichwohl nicht der Buchhaltertyp, der sich hochgedient hat. "Der Mann bleibt gerne im Hintergrund. Dabei ist er der mächtigste Mann am deutschen Kapitalmarkt", urteilen Topmanager. Niemand verfügt in Deutschland über eine größere Kapitalakkumulation, um sie in Staatsanleihen, Aktien oder Immobilien zu stecken. Versicherungskunden und Investoren haben Breipohl und seinen Mannen über 650 Milliarden Mark anvertraut - weit mehr als der jährliche Bundeshaushalt. Selbst wenn diese Summe im Weltmaßstab zusammenschrumpft, in Deutschland ist das immer noch riesig. Auch im Euroland liegt die Allianz vorn. Allein Policen zu verkaufen reicht den Machern aber nicht mehr. Die Zukunft gehört dem Verwalten von Vermögen. Wer 20 Millionen besitzt, steckt sein Geld nicht in Lebensversicherungen. Also drängt die Allianz mit aller Macht ins asset management und greift damit die Banken an.
Schulte-Noelle, Breipohl und Co. sind Fragen nach Macht und Einfluß ein Greuel. Nicht daß sie um durchaus bedenkenswerte Antworten verlegen wären. Doch schon körperlich ist ihnen anzumerken: Das Thema nervt. Und so reden sie lieber vom Wesen einer Versicherung. Das bestehe darin, Kapital zu sammeln und möglichst rentabel zu verzinsen. "Wir sind Finanzanleger", lautet ihr lakonisches Credo. Ein Blick in geläufige Aktienführer macht das Ausmaß dieser Untertreibung rasch deutlich. Denn mal abgesehen von der endlosen Liste aller Konzernunternehmen, liest sich allein die Spalte "Dauerbesitz an börsennotierten Gesellschaften im Inland" wie das Who's who der deutschen Wirtschaft: BASF, Beiersdorf, Dresdner Bank, Karstadt, Linde, RWE, Schering, Veba - um nur einige zu nennen, an denen die Allianz mindestens zehn Prozent hält.
Die Allianz-Spitze kann in dem beeindruckenden Portefeuille keinen Widerspruch zu ihrem Beteuern erkennen, Macht und Einfluß seien nicht die entscheidenden Determinanten ihres Wirtschaftens. Vordergründig streicht der Aktionär Allianz tatsächlich nur die Dividenden ein und hofft auf steigende Börsenkurse. "Gerade in diesen bewegten Zeiten legen wir Wert auf Langfristigkeit, Solidität und Verläßlichkeit", sagt Henning Schulte-Noelle.
Auf die schnelle Mark ist die Unternehmensstrategie wirklich nicht bedacht. Die Spinne Allianz im Netz der Deutschland Limited wirft andere Fragen auf. Ein zentraler Vorwurf der Konkurrenz lautet: Da die Allianz personell und kapitalmäßig dermaßen stark mit der Wirtschaft verflochten sei, werde der Wettbewerb verzerrt. Etwa im Industriegeschäft. "Wenn der Repräsentant eines Hauptaktionärs anruft und seine Versicherungsprodukte verkaufen will, hat er doch automatisch einen Vorteil - selbst wenn Preis und Service gar nicht die besten sind", klagt ein Konkurrent, der glaubt, so schon einigen Umsatz verloren zu haben. Niemand sei gehindert, gute Kontakte zu pflegen, kontert Schulte-Noelle. Und überhaupt: "Wer die zu enge Verflechtung in der deutschen Wirtschaft beklagt, muß auch Möglichkeiten schaffen, diese aufzulösen." Die Allianz müsse 58 Prozent Steuern zahlen, wenn sie eine Beteiligung verkaufe: "Das kann ich unseren Aktionären und Kunden nicht erklären. Es ist mein Job, Werte zu schaffen und nicht zu vernichten." Sind die mutmaßlichen Hintermänner der deutschen Wirtschaft also nur das Opfer eines irrationalen Steuersystems?
Hans Martin Bury, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, schüttelt den Kopf. Der Schwabe, ein gelernter Banker, beäugt seit Jahren Deutschlands große Finanzinstitute kritisch. Während alle Welt noch über die Macht der Banken redete, nahm Bury bereits die Versicherer unter die Lupe: "Herr Schulte-Noelle hat diese außergewöhnlich starke Marktposition aufgebaut, ohne daß ihm das Image des finsteren Strippenziehers anhaftet." Bury läßt keinen Zweifel an inhaltlichen Differenzen, vor allem Kapitallebensversicherungen - ein exponiertes Produkt des Marktführers - sind ihm ein Dorn im Auge. Und dennoch schwingt Respekt mit in seiner Stimme.
Die Ängste vor dem Kraken Allianz - nur ein Hirngespinst?
Auch Experten wie dem Sozialdemokraten Bury imponiert das System Allianz. Trotz aller Beteiligungen, nie haben die Herren aus der Königinstraße den Vorsitz in einem Aufsichtsrat angestrebt. Während Banker der Deutschen sich gerne in die erste Reihe gesetzt haben und sich bei Firmenpleiten oder Korruptionsaffären Schelte gefallen lassen mußten, blieben die Allianzer stets im Hintergrund. Auch wenn der Assekuranzriese im Aktionärsverzeichnis nur mit ein paar Prozentpunkten zu Buche steht - Kleinvieh macht auch Mist. So ist die Allianz nicht nur mit der kapitalgewaltigen Münchener Rück verschwistert und hat bei Deutschlands zweitgrößter Bank erheblichen Einfluß. Auch bei dem drittgrößten Geldinstitut, der Dresdner Bank, gibt sie mit gut 20 Prozent den Ton an. Und die Banken nennen wiederum einen großen Beteiligungsbesitz ihr eigen, was addiert nicht selten ein beachtliches Paket ergibt. So ist die Allianz unter dem Strich mit wenigen Anteilen häufig doch der wichtigste Aktionär, und das hat in Zeiten des Shareholder value Gewicht.
Hansgeorg Hauser, unter Theo Waigel lange Zeit parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hält die Ängste der Sozialdemokraten vor dem Kraken Allianz für ein Hirngespinst. Im Grundsatz funktioniere doch der Markt, sagt der CSU-Bundestagsabgeordnete. Ein beherrschender Einfluß sei nun wirklich nicht gegeben. "Und daß die Allianz mitreden will, wenn sie sich an einem Unternehmen beteiligt, ist doch verständlich."
Der Wind hat sich nach dem Regierungswechsel gedreht. Die Bonner Regierung will in die Kassen der Versicherer greifen, allein der Allianz droht in den kommenden Jahren eine steuerliche Zusatzlast von 2,5 Milliarden Mark (siehe Interview auf dieser Seite). Angeführt vom Marktführer, droht die Branche, Tausende Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.
Dabei verdeutlicht schon ein Blick in den Geschäftsbericht - Aktivitäten von Ägypten bis Zypern -, daß es die Allianz längst in die Welt hinauszieht. Der Konzern wuchs in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem durch Akquisitionen. Ende der siebziger Jahre begann die "weltweite Einkaufstour" (Börsen-Zeitung) . Schlagzeilenträchtige Deals folgten: die italienische RAS, die Deutsche-Versicherungs-AG in Ost-Berlin, die britische Cornhill und die amerikanische Fireman's Fund. 1998 der spektakulärste Coup: die mehrheitliche Übernahme der französischen Versicherungsgruppe AGF.
Die Expansionsgelüste hatten einen einfachen Grund: Der Wettbewerb zu Hause wurde härter. "Der Marktanteil der Allianz in Deutschland verringerte sich stetig von einst 22 Prozent in 1970 auf 17 Prozent in 1995", analysiert die Ratingagentur Standard&Poor's. Wachsen aus Schwäche. Dank "exzellenter Marktpositionierung in Europa" hat das Management zuletzt eine Trendwende geschafft. Die Experten prognostizieren wieder steigende Marktanteile. Wachsen aus Stärke. Euroland kommt da gerade recht. Wer seine Gewinne mit Geldanlegen macht, der hat auf einem einheitlichen Kapitalmarkt in Europa viel bessere Chancen als auf dem eher begrenzten Heimatmarkt. Die rasante Internationalisierung der Allianz hat den Konzern umgekrempelt. Man spricht Englisch, die Chefs der ausländischen Töchter reden Vorstandschef Schulte-Noelle wie selbstverständlich mit Henning an. "Früher", sagt Joe Stinnette, ein massiger Kalifornier und Boß der Fireman's Fund, "da sahen wir mit unseren riesigen Kopfhörern aus wie bei einer Expedition zum Mond." Wie schnell sich die Allianz-Welt verändert hat, belegt der Sprachtest. Schulte-Noelles Vorgänger Wolfgang Schieren, ein prägender Tycoon des deutschen Wirtschaftswunders, beherrschte bis zu seinem Ausscheiden Anfang der neunziger Jahre nur wenige englische Wortfetzen.
Daß entgegen dem ersten Anschein die Unternehmenskultur (noch) in Deutschland wurzelt, zeigen Aussagen wie diese. "Unser Ehrgeiz ist es nicht, um jeden Preis zur Avantgarde der Finanzwelt zu gehören", sagt Diethart Breipohl. Es muß einer schon selbstbewußt sein, um sich vom angelsächsisch geprägten Zeitgeist nicht übermäßig anstecken zu lassen. Natürlich redet auch die Führungscrew der Allianz vom Shareholder value, häufiger als andere erwähnen sie aber die Verantwortung gegenüber Kunden und Mitarbeitern. Heute keine Selbstverständlichkeit.
Sorgen hat der Hamburger Norbert Blix dennoch. Gerade die Älteren in der Belegschaft fragen den Vorsitzenden des Allianz-Betriebsrates immer öfter: "Ist das wirklich noch meine Familie?" Viele Mitarbeiter kommen zu dem Schluß: Nein. "Betriebsfamilie und shareholder value lassen sich nicht vereinbaren", resümiert HBV-Gewerkschafter Blix. Während die Mitarbeiter in der Zeitung ständig Erfolgsberichte läsen, erlebten sie ihren Arbeitsalltag anders: Permanent trete das Management auf die Kostenbremse. Blix: "Es wird zu Lasten der Beschäftigten gespart."
Personalvorstand Ihno Schneevoigt will nichts beschönigen. "Den Schirm der absoluten sozialen Sicherheit gibt es nicht mehr", sagt er. Noch in den achtziger Jahren habe jeder Angestellte sich voll auf die Solidarität seines Arbeitgebers verlassen können. "Einmal Allianz, immer Allianz." Zur Hochzeit gab es einen dicken Blumenstrauß (Wert 100 Mark), firmeneigene Ferienheime versprachen billigen Urlaub. Aus und vorbei. Die Altgedienten der knapp 40000 Beschäftigten in Deutschland (weltweit 101000) tun sich schwer, die neuen Verhältnisse zu akzeptieren. Erst recht, wenn sie sich ausrechnen können, daß ein hochspezialisierter junger Einsteiger im Extremfall ein Vielfaches dessen verdient, was sich der Altallianzer in einem langen Erwerbsleben aufgebaut hat. Ihno Schneevoigt erzählt nachdenklich von diesen Konflikten: "Das zerreißt unser inneres Gefüge, aber uns bleibt nichts anderes übrig, wenn wir in Zukunft mithalten wollen." Auf der Jagd nach der höchsten Rendite wird die Allianz selbst zur Getriebenen.
Den Mitarbeiter der Zukunft verkörpert Hannes Shariputra Chopra. Der indischstämmige Volkswirt mit dem rheinischen Vornamen kam in Bonn zur Welt und lebt seither in Deutschland. Derzeit reist der zierliche Mann aus der Münchner Abteilung Übersee oft nach Kasachstan. Dort will die Allianz ins Versicherungsgeschäft einsteigen. Ein schwieriges Unterfangen. "Unsere Größe nutzt uns in Kasachstan wenig. Wir fangen schlicht bei Null an." Das 32jährige Sprachentalent Chopra muß lachen, als er sich an seine Studienzeit erinnert. "Damals hätte ich es nicht für möglich gehalten, daß ich einmal in einem deutschen Versicherungsunternehmen Tugenden wie Solidität und Verläßlichkeit hochhalten werde."
Davon muß Lutz Förster niemand mehr überzeugen. Zusammen mit seiner Schwiegermutter leitet der 41jährige im Dresdner Stadtteil Löbtau eine Generalvertretung der Allianz. Die Globalisierung, Euroland, Kasachstan und Herr Schulte-Noelle sind hier in der Clara-Zetkin-Straße 21 weit weg. "All business is local - alle Geschäfte sind lokal", lernt jeder BWL-Student. Die Agentur Förster ist der Beweis. Natürlich wisse der Kunde um die Stärke der Allianz, sagt der Dresdner. "Aber in erster Linie", fügt der gelernte Elektroingenieur hinzu, "ist der Kunde natürlich Förster-Kunde." Rund 10000 feste und noch weit mehr nebenberufliche Vertreter arbeiten in Deutschland für die Allianz. Eine Streitmacht, die ihresgleichen sucht. Von der Wiege bis zur Bahre, Männer wie Lutz Förster sind immer dabei. Er kennt die Familien in seinem Bezirk, sie kennen ihn. Noch aus DDR-Zeiten. Damals hat er sich ein bißchen nebenbei verdient, indem er staatliche Policen verkaufte. Dann fiel die Mauer, die Allianz kaufte den Ostversicherer. Anfangs war die Gabe der Treuhandanstalt ein Milliardengrab, langsam rentiert es sich. Zehn Angestellte beschäftigen Förster und Co. heute. "So wie die Allianz denke auch ich langfristig", sagt der Aufsteiger. "Dafür arbeite ich 365 Tage im Jahr."
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- Quelle (c) DIE ZEIT 1999
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