Wer vom Kindergarten in die Schule befördert wird, will irgendwann auch sein eigenes Büro." Mit dieser These wirbt ein schwedischer Möbelbauer für sein Konzept vom Juniorbüro. Darin sitzt ein kleines Mädchen und spielt souverän mit einem Apple-Laptop. Allerdings nicht mit dem speziell für Schulen entwickelten E-Mate, mit dem das Unternehmen vor einigen Jahren das amerikanische Bildungssystem revolutionieren wollte. Längst eingestampft und geschreddert ist der lustige pink-grüne Kindercomputer, denn die in die Schule Beförderten brauchen Statussymbole. Wo das Kinderzimmer vom Juniorbüro ersetzt wird, ist lebenslanges Lernen angesagt, und das ist alles andere als ein Spaß.

Wie ernst die Sache sein kann, zeigten die Firmen Fujitsu und Intel im Verein mit der Zeitschrift Eltern for family in einer besonderen Initiative. Auf der gerade beendeten Cebit stellten die drei Partner den "Schüler-PC" aus: klobig, beige und langweilig, ein Rechner wie tausend andere. Optimiert für den schulischen Drill ist der Computer nur durch ein Softwarebündel von Enzyklopädien, Lexika und Wörterbüchern, die auf jede Frage eine multimediale Antwort parat haben sollen. Zwei dreidimensionale Reisen durch den menschlichen Körper und das Weltall runden das Angebot ab. Stolze 2899 Mark soll der Schüler-PC kosten - davon gehen etwa 1500 Mark an die beteiligten Verlage, die den Schüler-PC mit Wissenswertem bestücken. In Zeiten, in denen Softwarehäuser gerne das nahe Ende gedruckter Lexika prophezeien, muß das Überleben auf Festplatte und CD-ROM gesichert werden. In Zukunft wird die Schule zur Diskothek, die den Schülern multimediale Silberscheiben liefert: Schulbuchverlage, die ohne die CD zum Buch auskommen wollen, werden bald eine herbe Lektion erfahren.