Das wird hier was Ansatzloses, Schnelles, Atemloses, mit irrem Blick Verfaßtes, denn links oben auf meinem Bildschirm blinkt eine kleine Batterie mit einem verhungerten Plus/Minus-Symbol und bedeutet mir, daß meinem tragbaren Computer gleich der Saft ausgeht, er "flapp" machen wird, mitten im Schreiben, wenn ich nicht auf der Stelle für Nachschub aus dem Stromnetz sorge - nur, leider, bin ich nicht zu Hause, sondern auf Reisen, wo es alles gibt, nur nicht, was ein Stromjunkie braucht, nämlich: Steckdosen!

Das heißt: Die Welt ist zwar voller Steckdosen, aber sie sind stets an der falschen Wand oder in falscher Hand. Im ICE der ersten Generation zum Beispiel sind die Dinger (1.) am Ende des Waggons in Fußknöchelhöhe angebracht und (2.) hinter einem dicken Herrn verborgen, der sich nur durch Selbsterniedrigung ("Schreiben, jetzt, rasch, sonst kein Honorar, quengelnde Kinder") bewegen läßt, seinen fetten Irgendwas in einen steckdosenfernen ICE-Sessel zu wuchten.

Auftritt eines Herrn mit irrem Blick und tragbarem Computer unterm Arm: "Waaas, Sie haben hier Strom?" Ich bedeute ihm, rasch seine Verlängerungsschnur auszurollen, wir rücken zusammen, glücklich, einen gefunden zu haben, der weiß, wie es ist, wenn sich die einzige Steckdose des Restaurants im kalten Extrazimmer hinter Sprudelkisten befindet.

Der fremde Herr fummelt mit fliegenden Fingern an seiner Kalkulation, ich an meinem Text, die 20 Staubsaugerminuten verrinnen, aus dem Mundwinkel zischeln wir einander zu, daß stets die Falschen neben den Dosen säßen, ignorant, bräsig, während wir sie sehen könnten, die Elektronen, wie sie zu uns wollten, und ob man nicht eine Bewegung gründen solle, die nur ein einziges Ziel habe: die Versteckdosung Deutschlands und freie Platzwahl für die Besitzer tragbarer Computer. "Stellen Sie sich mal vor", sagt der fremde Herr, "eine Demo vor dem Reichstag mit einer Riesensteckdose, wir zwei als hungrige Elektronen verkleidet vorneweg ... aargh, was ist denn das, die Batte ...