Putnam Barber ist ein schlaksiger Endfünfziger, dessen Karriere durch Vorstände von staatlichen und halbstaatlichen Freiwilligenverbänden verlief. Put, wie ihn fast jeder nennt, bringt Menschen zusammen, die Solidarität professionell verstehen und dafür Beratung, Information oder Managementwissen benötigen. Seine Evergreen State Society, aus Spenden finanziert, betreibt im amerikanischen Seattle einen Internet-Service; die Homepage ist auch die beste Verbindung zu Universitätsinstituten in den USA, die per World Wide Web gemeinnützige Unternehmen beraten.

Puts Netz ist ein Beispiel von vielen. Mit dem Internet ist der Gesellschaft eine Sphäre der Selbsthilfe zugewachsen. Newsletter, Online-Konferenzen, FAQ-Listen, Literaturdatenbanken und Newsgroups fügen sich zu einem Technotop für neue Koalitionen. Käufer und Investoren formieren sich zu weltumspannenden Netzen wie Good Money oder Green Page s ; diese informieren über Unternehmen, die sozialen oder Umweltstandards genügen. Das Wissen wird gratis abgerufen; Geld verdienen die Initiativen mit Printmedien. Es entstehen Agenturen, die soziale Projekte und freiwillige Helfer zusammenbringen, zum Beispiel die international operierende Freiwilligen-Börse Impact Online. Das Time Dollar Network schließt jene Ringe zusammen, in denen Bürger einander helfen und ihre Leistungen auf Stundenbasis abrechnen; die Stiftung Social Ventures Partners wendet sich per Internet an junge High-Tech-Unternehmer im Raum um Seattle, um mit ihnen Sozialprojekte zu entwickeln; die Firma working assets gibt via Internet Visa-Karten heraus, die pro Überweisung fünf Cent an eine gemeinnützige Vereinigung nach Wahl weiterleiten. Auch in Europa nutzen sozial Engagierte das Internet, um ihre Wirkung zu vervielfältigen. Der deutsche Online-Dienst Senior Web bietet Alten eine Plattform, an der elektronischen Gesellschaft teilzunehmen; ein Projekt in den Niederlanden bringt jugendliche Computerfans und Senioren zusammen, die Netzwissen gegen Lebenserfahrung tauschen.