Freiburg

Im Westen nichts Neues, im Osten alles beim alten! Nein! Es kommt Bewegung ins Spiel. Nicht nur die Regierung und die Lobbyisten verlassen Bonn und ziehen nach Berlin. Auch die Bürger bewegen sich, sie verlassen ihre Zuschauerplätze auf der Staatstribüne und mischen sich ein. Initiiert von Hildegard Hamm-Brücher, gründet sich zum 50. Geburtstag des Grundgesetzes die Bürgergesellschaft zur Wiederbelebung und Renovierung unserer Demokratie.

Mit diesem Engagement wollen Bürger beweisen, wieviel Gestaltung möglich wird, wenn sich Menschen über ihre persönlichen Interessen und eigenen Sorgen hinweg für gemeinschaftliche Belange einsetzen. Sie wollen zeigen, daß die Mitwirkung der politischen Willensbildung nicht mehr nur den Parteien überlassen sein sollte.

Bisher wirkt das Volk bei der politischen Willensbildung im Vierjahresrhythmus durch das Kreuz auf dem Wahlschein mit. Die pauschal legitimierten Volksvertreter verbannen die zuvor umworbenen Bürger nach der Wahl auf die Zuschauerplätze. Mitwirkung bietet zwar auch der Gang durch die parteiinternen Instanzen, diesen mühsamen Weg schlagen jedoch immer weniger Bundesbürger ein.

Die Bürgergesellschaft soll nun dafür sorgen, daß die politischen Diskussionen wieder nach "unten", in die örtlichen Wahlkreise, verlagert werden, um regionalen oder sozialen Besonderheiten ein entsprechendes Gewicht zu verleihen. Die Initiative möchte neue Formen des Engagements der Bürger durch Runde Tische und Foren anregen, Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheide empfehlen.

Mit der Woche der Bürgergesellschaft wollen wir das politische Gespräch beleben, fördern und bündeln, kurz: Wir möchten dem Demokratiestandort Deutschland einen Anstoß geben.

· Gereon Klein ist Leiter einer Firma für Unternehmensberatung.